Politiker wollen viele Lastwagen von der B1 verbannen

mlzSorge um Dieselfahrverbote

Schwenk bei der SPD-Ratsfraktion: Auch die Sozialdemokraten sind nun für ein Lkw-Durchfahrtsverbot auf der B1 im Dortmunder Zentrum. Eine Mehrheit im Rat scheint damit sicher.

Dortmund

, 19.03.2019, 17:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein wenig erinnert das Thema an die Brexit-Abstimmungen im britischen Unterhaus: Schon zum dritten Mal soll der Rat über den Vorschlag entscheiden, durchfahrende Schwerlaster ganztägig von der Bundesstraße 1 zu verbannen.

Doch diesmal zeichnet sich tatsächlich eine Mehrheit dafür ab.

Nachts gilt als Lärmschutz schon seit 2008 ein Fahrverbot für den Lkw-Durchgangsverkehr zwischen den Kreuzen Dortmund-West und dem Knoten mit der B236. Um erhöhte Stickstoffdioxid-Werte einzudämmen, fordern B1-Anwohner aber schon seit langer Zeit, das Durchfahrtsverbot auf den ganzen Tag auszudehnen. Dazu wurde sogar Klage beim Verwaltungsgericht eingereicht, nachdem die Verwaltung die Forderung 2017 noch abgelehnt hatte.

Klage der Deutschen Umwelthilfe

Das änderte sich, nachdem im März 2018 die Deutsche Umwelthilfe wegen der erhöhten Stickstoffdioxid-Werte Klage gegen den Luftreinhalteplan für Dortmund eingelegt hatte. Im Sommer 2018 schlug die Verwaltung ein ganztägiges Lkw-Durchfahrtsverbot für die B1 vor. Man wolle so die Stickoxid-Werte deutlich senken und ein generelles Dieselfahrverbot vermeiden, erklärte Planungsdezernent Ludger Wilde.

Fraglich war, ob die Politik das ebenfalls so sieht. Denn 2011 und 2014 waren Vorstöße für ein Lkw-Durchfahrtsverbot an der Mehrheit von SPD und CDU im Rat gescheitert. Vor allem die Vertreter aus den Außenstadtbezirken verwiesen auf die zusätzliche Belastung des Autobahnrings mit Lkw-Verkehr und Schadstoffen.

Zumindest bei der SPD hat sich dies nun geändert. In einem Antrag zur Sitzung des Umweltausschusses am Mittwoch (20. 3.) spricht sich die Ratsfraktion nun doch für ein ganztägiges Lkw-Durchfahrtsverbot aus. Lkw, die nicht ein Ziel in Dortmund anfahren oder von hier aus starten, sollen frühzeitig umgeleitet werden. Dadurch soll die Schadstoffbelastung an der B1 reduziert und ein generelles Diesel-Fahrverbot verhindert werden.

Bedenken in den Außenstadtbezirken

Unumstritten war der Schwenk in der SPD-Fraktionssitzung am Montag nicht. Erneut machten vor allem die Vertreter der Außenstadtbezirke auf die wachsende Beralstung am Autobahnring aufmerksam. Am Ende gab es eine knappe Mehrheit für das Durchfahrtsverbot.

Es soll nicht die einzige Maßnahme sein, mit der die SPD die Luftqualität verbessern will. Gewünscht werden auch eine Tempo 30-Zone an der Brackeler Straße zwischen Im Spähenfelde und Borsigplatz und ein Tempolimit von 100 km/h auf den Autobahnen im Stadtgebiet als Lärmschutz. Außerdem sollen Luftschadstoff-Messstellen in Wohngebieten nahe den Autobahnen eingerichtet werden.

Auch den öffentlichen Nahverkehr will die SPD stärken. So soll geprüft werden, ob für städtische Mitarbeiterein kostenloses Bus- und Bahnticket oder generell ein 365-Euro-Jahresticket für alle ÖPNV-Nutzer eingeführt werden kann.

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