Fundstücke aus dem Mittelalter

06.09.2007, 17:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Hörde Während auf dem Areal Phoenix-Ost großes Gerät die Entstehung des Sees vorantreibt, wird nebenan die Erde mit der Hand abgetragen. Seit Anfang des Jahres bergen Bochumer Archäologiestudenten mittelalterliche Burg-Fundstücke.

"Gezwungenermaßen", so Dr. Henriette Brink-Kloke (Foto) von der Unteren Denkmalbehörde, denn eigentlich seien Bodendenkmäler in der Erde am besten aufgehoben und sollten dort verbleiben. Doch die geplante Offenlegung des Hörder Baches in 2008 zwingt nun zum Handeln. Alles, was durch die Bauarbeiten zerstört werden könnte, muss gesichert, dem Boden entnommen werden. Erst dann kann der Bau beginnen.

Der Termin steht schon fest. Dank ihrer langjährigen Erfahrung kann Brink-Kloke den Grabungszeitraum genau bestimmen. "Irgendwann weiß man einfach, wie viel Zeit ein Kubikmeter mittelalterliche Erde in Anspruch nimmt," so Brink-Kloke. Obwohl die Existenz der Bodenschätze schon lange bekannt war, sind die Experten erstaunt über den sehr guten Zustand der Funde, die von der über 700-jährigen Geschichte der Hörder Burg zeugen. Die Stahlindustrie habe fast keine Spuren hinterlassen.

Große Teile des ursprünglichen Burginnenhofes sind schon freigelegt. Bei den Fundstücken handele es sich hauptsächlich um mittelalterlichen Müll wie zerbrochene Keramikgefäße oder Speiseabfälle in Form von Knochen, erklärt Dr. Brink-Kloke den Unterschied dieser Funde zu denen in alten Grabstätten.

Sind alle Schätze erst dokumentiert, beginnen die Feinarbeiten. Ziel ist es, mittels der Bodenschätze die Erkenntnisse über das Leben auf der mittelalterlichen Burg zu verdichten und diese später der Bevölkerung in einer Ausstellung in Dortmund zu präsentieren. fee

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