Fußballfans fahren mit E-Scootern bis vors BVB-Stadion – Polizei sieht das als Gefahr

mlzNeues Verkehrs-Phänomen

Vor BVB-Spielen gibt es ein neues Phänomen: Viele Fans fahren mit Leih-E-Scootern direkt bis vor den Signal Iduna Park. Aus Sicht der Polizei ist das gleich aus mehreren Gründen gefährlich.

Dortmund

, 13.09.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit gut zwei Monaten gibt es Leih-E-Scooter in Dortmund. Im Gegensatz zu anderen Großstädten gibt es in Dortmund vergleichsweise wenige Unfälle: Bis Donnerstag (12.9.) waren es neun, bei denen sich drei Menschen leicht verletzten. Ein neues Phänomen, das es seit dem Auftauchen der Elektro-Tretroller gibt, macht der Polizei jedoch Sorgen:

Bei Heimspielen des BVB würden viele Fußballfans mit Leih-E-Scootern anreisen. An sich sei das sehr löblich, findet die Polizei, „allerdings fuhren diese Scooter-Fahrer auch bis direkt vor das Stadion. Dabei schlängelten sie sich durch Menschenmengen, die gerade im Veranstaltungsbereich immer dichter werden.“ Dadurch steige die Unfallgefahr „um ein Vielfaches“. Immerhin: Bisher sei glücklicherweise nichts passiert, so die Beamten.

Polizei will bei Heimspielen verstärkt kontrollieren

Daher wird die Polizei nach eigenen Angaben beim Heimspiel am Samstag verstärkt kontrollieren - und E-Scooter-Fahrern gegebenenfalls die Weiterfahrt untersagen.

Neben dem rücksichtlosen Fahren in Menschenmengen ist es übrigens auch verboten, am Samstag mit dem E-Scooter über die Strobelallee zu fahren, wenn diese vor und nach dem Spiel gesperrt wird. Auch die Bereiche, in denen der ADFC eine Fahrradwache einrichtet, sind für E-Scooter tabu.

Am Samstag sind das: die Rosenterrassen an der Strobelallee, die Ecke zum Freibadeingang am Bolmker Weg und das Dreieck zwischen Im Rabenloh und Strobelallee. In diesen Bereichen sowie in den gesperrten Abschnitten der Strobelallee ist das Fahren mit dem E-Scooter verboten.

Es ist nicht das einzige Problem, das die E-Scooter (und ihre Fahrer) der Polizei rund um BVB-Heimspiele bereiten. Auch geparkt seien die Elektro-Tretroller oft eine Gefahrenquelle, erklärt der Polizei-Pressesprecher: Sie könnten als Wurfmaterial missbraucht werden, etwa von verfeindeten Fangruppen.

„Es bringt nichts, wenn rund ums Stadion Gegenstände herumstehen, die als Waffe missbraucht werden können“, so Wortmann. Außerdem könnten die E-Scooter im dichten Gedränge vor und nach dem Spiel zu Stolperfallen werden, über die Menschen stürzen und sich dabei verletzen könnten.

Scooter sollen nur in bestimmten Bereichen abgestellt werden

Die Stadt fordert Stadionbesucher daher auf, E-Scooter an der Taxischnecke in der Straße Im Rabenloh, an der Taxenumfahrt am Parkplatz C2/Sonnenblick oder auf dem Platz vor der U-Bahn-Haltestelle zwischen den Parkplätzen A5 und A4 der Westfalenhalle abzustellen.

In den kommenden Wochen will die Polizei nun prüfen, wie sie mit diesen neuen potenziellen Gefahrenquellen umgehen will. Ob es zum Beispiel denkbar ist, im Vorfeld von Spielen in Absprache mit den E-Scooter-Verleihern alle Elektro-Tretroller aus dem Umfeld des Stadions abzutransportieren, ist noch nicht bekannt.

Zur Sache

E-Scooter-Regeln

  • Für Elektroroller-Fahrer gelten dieselben Alkoholgrenzwerte wie für Autofahrer. Ab 0,5 Promille (ohne Ausfallerscheinungen) bedeutet das eine Ordnungswidrigkeit (ca. 500 Euro, 1 Monat Fahrverbot, 2 Punkte in Flensburg). Ab 1,1 Promille liegt eine Straftat vor. Eine Straftat ist es auch, wenn der Elektroroller mit 0,3 Promille gefahren wird und sich beim Fahrer alkoholbedingte Ausfallerscheinungen zeigen. Für Fahranfänger und Fahrer unter 21 Jahren gilt in der Probezeit die 0,0 Promille Grenze.
  • Das Mindestalter um einen E-Scooter zu fahren liegt bei 14 Jahren.
  • Auf dem E-Scooter darf nicht mit mehreren Personen gefahren werden.
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