Fußgänger hüpfen in Gärten

ASSELN Die kleine Tybbinkstraße im Asselner Süden genießt mehr Popularität, als ihr lieb ist. Durchgangsverkehr tummelt sich mit teilweise überhöhter Geschwindigkeit auf der Anliegerstraße, in der Tempo 30 gilt. Gemeinsam mit Politik und Polizei diskutierten die Anwohner gestern Problemlösungen.

12.09.2007, 17:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

"In dreieinhalb Stunden an einem Sonntagnachmittag habe ich 88 Fahrzeuge hier gezählt", schildert Anwohner Dirk Schüttelkorb. "Einander entgegenkommende Autos weichen auf den Bürgersteig aus. Die Fußgänger müssen dann in die Vorgärten hüpfen", beschreibt er die gefährlichen Zustände. "Viele fahren, als wären sie auf der Flucht." Zur Rede gestellt, reagierten sie ungehalten. Verstärkt hätten sich die Schleichverkehre seit einem Jahr mit dem Hellweg-Ausbau. Auch LKW seien dabei.

Polizeihauptkommissar Burkhard Bürger bestätigte, dass sich das Verkehrsaufkommen erhöht habe und viele Autofahrer die Baustelle am Asselner Hellweg umfahren. "Unser Problem als Polizisten ist es, dem einzelnen Autofahrer nachzuweisen, dass er kein Anlieger ist."

Der Ordnungshüter regte eine geänderte Beschilderung an, um den verbotenen Durchgangsverkehr in den Griff zu bekommen. An zwei Stellen sollte das Schild Verbot der Durchfahrt aufgestellt werden, nämlich an der Einfahrt zum Pröbstingkamp/Ecke Tybbinkstraße Richtung Westen und im Bereich Pröbstingkamp/Ziegelbrandstraße Richtung Osten. Damit werde die Tybbinkstraße für durchfahrende Verkehrsteilnehmer unattraktiv. Und wer dann verbotswidrig einfahre, könne dann auch belangt werden, argumentierte der Asselner Polizist. Die Idee wurde für erwägenswert gehalten. Einziger Haken: Der Verkehr müsste über die Keinstraße abfließen, die viel zu eng sei.

"90 Prozent der Autofahrer sind keine Anlieger", ist die Einschätzung von Ulrich Begemann, dem Bezirksfraktionssprecher der Grünen. Er schlug vor, das Schild "Verbot der Durchfahrt" - den weißen Balken vor rotem Hintergrund, die sogenannte "Spardose" - auf beiden Seiten der Brücke Schlotweg zu installieren. Das Thema soll in der Bezirksvertretung behandelt werden. u.b.

Lesen Sie jetzt