Gallensteine: Tipps von Experten

Fünf Ärzte am RN-Lesertelefon

DORTMUND Rund um das Thema "Gallensteine - steinreich, bin ich jetzt arm dran?" beantworteten namhafte Mediziner aus dem klinischen und niedergelassenen Bereich die vielen Leserfragen. Wieder einmal stellte sich heraus, dass bei verunsicherten Patienten eine ärztliche Zweit- und sogar Drittmeinung höchst gefragt ist.

von Von Ulrike Böhm-Heffels

, 23.10.2009, 17:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dr. Jörn-Eike Scholle, Prof. Dr. Michael Heike, Prof. Dr. Ulrich Bolder, Dr. Stefan Rennert und Privat-Dozent Dr. Johannes Epping (v. links) berieten die Leser am Telefon.

Dr. Jörn-Eike Scholle, Prof. Dr. Michael Heike, Prof. Dr. Ulrich Bolder, Dr. Stefan Rennert und Privat-Dozent Dr. Johannes Epping (v. links) berieten die Leser am Telefon.

Milch macht nicht nur müde Männer munter. Milch hilft auch gegen Gallensteine. Ein Glas, abends getrunken. Warum? „Damit sich die Gallenblase entleert. Durch die Milch wird sie angeregt, sich in den Dünndarm zu entladen.“ Sonst dicke der Gallensaft ein und begünstige die Steinbildung. Dr. Stefan Rennert, niedergelassener Internist und Gastroenterologe, und Prof. Dr. Michael Heike, Direktor der Medizinischen Klinik Mitte am Klinikum, hatten gute Tipps parat für die Anrufer. Der gehört ebenfalls dazu: Auf regelmäßige Mahlzeiten achten! Mit 85 zu alt? Zum Thema Gallensteine berieten auch die Kollegen Prof. Dr. Ulrich Bolder, Chefarzt der Chirurgie am St.-Johannes-Hospital, Privat-Dozent Dr. Johannes Epping, Chefarzt der Klinik für Innere Medizin am Josefs-Hospital, und Dr. Jörn-Eike Scholle, Oberarzt am St.-Johannes-Hospital. Sie waren gefragte Gesprächspartner am RN-Experten-Telefon, als es für viele Anrufer darum ging, eine ärztliche Zweit- und Drittmeinung einzuholen. Dabei hörten sie Erstaunliches, z. B. von einer 85-jährigen Frau: „Mein Doktor sagt mir, ich sei zu alt für eine Operation.“ Häufige Fragen: Kann ich alles essen, wenn die Gallenblase entfernt wurde? Grundsätzlich ja. Was sind die Risiken, Steine zu bekommen? Eine erbliche Komponente spielt mit, Übergewicht, Schwangerschaften können das Stein-Risiko erhöhen, bestimmte Blutkrankheiten und unregelmäßiges Essen. Muss die Blase immer entfernt werden, wenn Steine gefunden wurden? Nur, wenn Beschwerden auftreten. Wenn die Leberwerte in die Höhe gehen, wird‘s allerdings höchste Zeit. Zu lebensgefährlichen Komplikationen könnte nämlich eine Bauchspeicheldrüsenentzündung führen. Wie lassen sich Steine oder Gries in der Gallenblase und den Gallengängen finden? Durch eine Ultraschalluntersuchung. Steine, die keine Symptome verursachen, sollten über Ultraschall regelmäßig kontrolliert werden. Was ist die häufigste Symptomatik? Schmerzen, bei einer Kolik auch starke, lang anhaltende, im rechten Oberbauch, die bis in die rechte Schulter ausstrahlen können. Kann man die Steine auch zertrümmern? Nur in absoluten Ausnahmefällen. Zertrümmert werden eher Nierensteine.Ärzte-Telefon am 4. November   Unsere nächste Telefonaktion mit Ärzten ist bereits am 4. November. Dann geht‘s um das weit verbreitete Leiden „Hämorrhoiden“. Von 14 bis 16 Uhr können die RN-Leser ihre Fragen stellen. Mehr zum Thema in Kürze.

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