Wer Vögel im Garten hat, kann sich glücklich schätzen. © picture alliance / dpa
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Garten geht immer: Wie man Vögeln guten Wohnraum bietet

Wer viele Vögel im Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Sie sind nicht nur faszinierend zu beobachten, sondern erweisen sich als fleißige Helfer. So erreicht man, dass sie sich wohlfühlen.

Unsere heimischen Singvögel zählen zu den wichtigsten Verbündeten bei der Bekämpfung von Schädlingen – und das zu 100% biologisch: Das ganze Jahr über, vor allem aber in der Zeit der Jungvogelaufzucht, vertilgen Meisen, Spatzen, Rotkehlchen oder Finken Unmengen an Raupen, Maden, Blattläusen und anderen Insekten. Der ökologisch wirtschaftende Gärtner ist also gut beraten, sich diese sogenannten Nützlinge in den Garten zu holen, indem er ihnen neben Futter und Wasser auch Wohnraum anbietet.

Geeignete Nistplätze finden sich in nicht zu „aufgeräumten“ Gärten in Bäumen, Sträuchern und dichten Hecken – oder aber als spezielle Nistkästen, die jetzt aufgehängt werden sollten. Bevor dann die ersten potentiellen Bewohner mit Nestbau und Brut beginnen, kann die neue Behausung schon einmal „ausdünsten“ – falls ihr noch ein Geruch von Farbe, Holzöl oder Mensch anhängt.

Wählen Sie am besten unterschiedliche Modelle, um damit möglichst viele verschiedene Vögel in den Garten zu locken.

Höhlenbrüter wie Meise, Sperling oder Kleiber benötigen einen geschlossenen Kasten mit kleinem Einflugloch. Er sollte in Bäumen in zwei bis drei Metern Höhe hängen, an einer nicht zu dicht verzweigten Stelle, um den Vögeln eine freie Flugbahn zu sichern. Die Größe des Einfluglochs entscheidet darüber, welcher Vogel einziehen wird: Blaumeisen zum Beispiel bevorzugen 28 mm, Kohlmeisen und Kleiber dagegen etwa 32 mm.

Halbhöhlenbrüter wie Rotschwanz, Rotkehlchen oder Zaunkönig benötigen einen weniger hohen, dafür tieferen Nistkasten, der vorn eine große Öffnung hat und viel Licht ins Innere lässt. Er kann etwas tiefer hängen und auch an Hauswand, Garage oder einem Schuppen befestigt werden.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass die Vogelhäuser außerhalb der Reichweite von Katzen oder Mardern sind. Wichtig ist auch, die Kästen entgegen der Hauptwindrichtung aufzuhängen – optimal ist die Ausrichtung nach Südosten. So wird weitgehend verhindert, dass Wind, Regen und Schnee einfallen. Bei der Befestigung an Bäumen verwenden Sie besser keine Nägel – das könnte dem Baum schaden – sondern einen Drahtbügel, der den Stamm umfasst. Dieser kann zusätzlich durch ein Stück Gartenschlauch gezogen werden, damit er nicht in die Rinde schneidet.

Jetzt ist auch ein guter Zeitpunkt für die jährliche Reinigung der schon im Garten vorhandenen Kästen. Das geht noch bis etwa Mitte Februar – bevor sich die ersten Vögel auf Wohnungssuche begeben – oder im Spätsommer, wenn auch die Jungvögel einer eventuellen zweiten Brut ausgeflogen sind. Verwenden Sie keine chemischen Mittel oder Desinfektionsmittel. Es reicht, den Kasten auszufegen und mit heißem Wasser zu säubern. Ist das Innere gut abgetrocknet, wird der Kasten wieder geschlossen und ist bereit für den Einzug der neuen Mieter.

Über die Autorin
Gartenexpertin. Seit über 30 Jahren mit Hand und Kopf dem Thema Garten zugetan - als Gärtnergesellin, Diplom-Ingenieurin für Gartenbau, Produktmanagerin für das Gartensortiment von Manufactum und als Gartenbuchautorin. Lebt seit 2003 in Dortmund und ist immer noch fasziniert von der Industriekultur und -natur des Ruhrgebiets.
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