Gartenverein Oberdorstfeld: 13 Einbrüche in zwei Nächten

Mysteriöse Serie

Eine Serie von Einbrüchen beschäftigt die Kleingärtner vom Gartenverein Oberdorstfeld. In zwei Nächten wurde in insgesamt 13 Lauben eingebrochen. Laubenmieter sind wütend. Dass die Täter Gegenstände entwenden, ist schlimm. Viel ärgerlicher ist jedoch, wie sie die Tatorte hinterlassen.

DORSTFELD

, 03.11.2016, 16:04 Uhr / Lesedauer: 2 min
Siegfried Mocarski ärgert sich über den Schaden an seiner Laube. Mittlerweile konnte er das Chaos beseitigen.

Siegfried Mocarski ärgert sich über den Schaden an seiner Laube. Mittlerweile konnte er das Chaos beseitigen.

An einem kühlen Novembermorgen treffen wir Günter Kreuzer an der Straße Am Quartus. Er führt uns zum Gartenverein Oberdorstfeld. Dort ist der Herbst eingekehrt: Die Sträucher am Wegesrand sind zurückgeschnitten, gelbe Blätter bedecken das Gras in den Parzellen, Blumen blühen nur noch in wenigen Gärten. In der Ferne rauscht die Sauerlandlinie.

„Die sind vorne über die Zäune und hinter den Lauben wieder raus“, sagt Günter Kreuzer. Vom 19. auf den 20. Oktober sei in fünf Lauben eingebrochen worden, in der Nacht auf den 1. November in weitere acht. „Die haben mitgenommen, was sie finden konnten, Werkzeug, Rasenmäher, Wasserflaschen – aber das Schlimmste ist der Vandalismus.“

Zersplitterte Türrahmen in sieben Parzellen

Dann gehen wir den Weg ab, den die Einbrecher genommen haben, stapfen durch Blumenbeete, steigen über heruntergetretene Zäune, vorbei am Kompost und unter den verdorrten Brombeeren her. In sieben nebeneinanderliegenden Parzellen sieht man noch zersplitterte Türrahmen und abgerissene Schlösser, in einer Laube hängt das Warmwassergerät von der Wand. „Was gibt's denn hier zu holen?“, fragt Günter Kreuzer. „Man nimmt doch nach der Saison alles mit nach Hause.“

Siegfried Mocarski arbeitet gerade in seinem Garten Nr. 31. „Zwei Tage habe ich gebraucht, um hier wieder aufzuräumen“, sagt der 79-Jährige. „Die haben sämtliche Schränke leer gemacht, alles lag auf dem Boden.“ An der Tür sieht man noch die Einbruchsspuren, Bohrmaschine und Astschere sind weg, die Gasflaschen rissen die Täter mit der Leitung heraus, aber auch vor Küchenuhr und Hirschgeweihen machten sie nicht halt.

Zwei Einbrüche in 34 Jahren

Nur die Mitgliedschaftsurkunden vom Gartenverein hängen noch. Den Schaden schätzt Siegfried Mocarski auf etwa 1500 Euro. Seit 34 Jahren ist er Mieter, nur einmal, 2003, wurde bei ihm eingebrochen. Und eben jetzt. Der Polizei liegen neun Strafanzeigen aus der Kleingartenanlage vor. „In der dunklen Jahreszeit geschehen statistisch gesehen mehr Einbrüche“, sagt Sven Schönberg von der Polizei Dortmund. Im Schutz der Dunkelheit fühlen sich Einbrecher wohl.

Sven Schönberg rät, Gitter vor Türen und Fenster anbringen zu lassen. Außerdem sollten Laubenbesitzer Dieben möglichst keinen Anreiz geben, wenn diese die Laube von außen inspizieren – und keine wertvollen Gegenstände in der Hütte aufbewahren.

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