Wie bundesweit droht auch in Dortmund 2021 eine deutliche Erhöhung der Gaspreise. © dpa
Energie

Gaspreise drohen in Dortmund für DEW21-Kunden weiter zu steigen

Schon in den vergangenen zwei Jahren ist der Gaspreis in Dortmund deutlich gestiegen. Auch 2021 wird es für Kunden des heimischen Versorgers DEW21 wohl keine Entlastung geben. Im Gegenteil.

In Dortmund gibt es mehr als 150.000 Erdgaszähler. Sie werden zu 70 Prozent vom heimischen Versorger DEW21 beliefert. Schon in den vergangenen zwei Jahren mussten die Verbraucher in Dortmund mit höheren Gaspreisen leben. Für einen privaten Musterhaushalt mit einem Verbrauch von 8000 Kilowattstunden gab es bei DEW21 2019 eine Preiserhöhung um 6,2 Prozent und 2020 noch mal um 4,4 Prozent – zusammengenommen mehr als 10 Prozent.

Gestiegene Netzentgelte und staatlich herbeigeführte Preisbestandteile hätten die Preiserhöhungen notwendig gemacht, teilte DEW21-Kommunikationschefin Jana-Larissa Marx auf Anfrage mit. Und das wird voraussichtlich im nächsten Jahr so weitergehen.

„Aktuell befinden wir uns mitten in der Tarifkalkulation“, berichtet Marx. Wie andere Versorger sei auch DEW21 mit gestiegenen externen Kostenbestandteilen wie beispielsweise der CO2-Abgabe konfrontiert.

CO2-Preis und Gasnetzentgelte

Der sogenannte „CO2-Preis“ der Bundesregierung, der ab 1. Januar 2021 als Extra-Abgabe auf den Ausstoß klimaschädlicher Gase fällig wird, setzt die Versorger bundesweit in Zugzwang, die Mehrkosten an ihre Kunden weiterzureichen.

Wie im Klimapaket der Bundesregierung vereinbart, fallen ab Januar pro Tonne Kohlendioxid-Ausstoß (CO2) 25 Euro an. Das treibt die Gaspreise. Und die Abgabe steigt bis 2025 jährlich auf 55 Euro pro Tonne,

Zusätzlich steigen die Gasnetzentgelte – dem Vergleichsportal Verivox zufolge im Bundesdurchschnitt um zwei Prozent. Diese Gebühren kassieren die Netzbetreiber, um das Gasnetz zu warten, modernisieren und auszubauen.

Die Preiserhöhungen bremsen könnten die seit Anfang 2020 deutlich gesunkenen Großhandelspreise. Unter anderem ist der vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) erhobene Importpreis um mehr als ein Drittel gefallen.

Langfristige Beschaffungsstrategie

Das Ziel von DEW21 sei, die CO2-Abgabe und höhere Gasnetzentgelte „in Teilen durch günstigere Marktpreise zu kompensieren“, betont Jana-Larissa Marx. Genaueres könne DEW21 jedoch erst Anfang/Mitte Dezember sagen.

Die Unternehmenssprecherin: „Auch wenn die Beschaffungspreise an der Börse zuletzt gesunken sind, verfolgt DEW21 als Grundversorger grundsätzlich eine langfristige Beschaffungsstrategie und kauft nicht über den Kurzfristhandel. Das wäre auch im Sinne der Verbraucher zu riskant.“

Aus diesem Grund könne DSW21 gesunkene Beschaffungspreise nicht in der Form berücksichtigen wie Versorgungsunternehmen, die ihre Mengen erst wenige Tage vor Lieferung einkauften. Es liegt nun an DSW21, ob und in welcher Höhe der heimische Versorger die zusätzlichen Kosten an die Endverbraucher weitergibt.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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