Der Lockdown geht auch für Gastronomen in die Verlängerung. (Symbolbild) © picture alliance/dpa
Restaurant und Kneipen

Gastronom zum verlängerten Lockdown: „Mitte Februar sehe ich nicht“

Die Gastronomie in Dortmund bleibt noch länger dicht. Der Lockdown wird bis Mitte Februar verlängert. Manch einer rechnet sogar damit, dass das Geschäft erst viel später wieder laufen wird.

Die Gastronomiebetriebe in Dortmund werden noch länger als zuletzt geplant geschlossen bleiben. Bis mindestens 14. Februar werden die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen verlängert. Bisher galten sie bis zum 31. Januar.

Damit bleibt es – vorbehaltlich der Ausgestaltung der Bund-Länder-Beschlüsse in NRW – dabei, dass Restaurants nur liefern oder einen Abholservice anbieten dürfen. Viele Betriebe können gar nicht arbeiten, wie etwa Kneipen.

Von den zurückliegenden zehn Monaten werden viele Gastronomen damit den fünften von zehn Monaten ohne ausreichende Einnahmen verbringen müssen.

Staatliche Hilfe kommt nicht an: „Das kommt einem Betrug gleich.“

Hubertus Brand, Vorsitzender des Vereins Ausgehen in Dortmund und als Geschäftsführer des „Road Stop“ in Syburg selbst Gastwirt und Hotelbetreiber, befürchtet sogar, dass es noch viel länger dauern wird, bis die Gastronomie wieder zum Leben erwacht.

„Mitte Februar sehe ich nicht. Ich sehe eher Ostern“, sagt Hubertus Brand. Erst, wenn die Freiluft-Saison beginne, sei für viele wieder eine richtige Planung möglich. „Bis dahin werden wir es nicht ohne vernünftige staatliche Hilfen machen können.“

Die Auszahlung der angekündigten finanziellen Hilfe für die Monate November und Dezember ist ein Thema, das unter vielen Gastronomen gärt. „Denn entgegen der großspurigen Ankündigungen von Peter Altmaier kommt das Geld nur bedingt an. Man muss mittlerweile sagen, dass das einem Betrug gleichkommt“, sagt Hubertus Brand.

Viele Gastronomiebetriebe fallen aus den Hilfekriterien heraus

So erreichten die 75 Prozent Ausgleich viele größere Betrieben nicht , weil es in der EU eine Obergrenze für staatliche Beihilfen gibt. Andere fielen aus der Hilfe heraus, weil nur bestimmte Gesellschaftsformen gefördert werden oder es sie noch nicht lange genug gibt.

„Nach außen wirkt es so, als wäre alles gut, weil wir ja unsere 75 Prozent bekommen. Aber das ist halt nicht so“, sagt Hubertus Brand.

Bundeswirtschaftsministerium hat Bedingungen für Überbrückungshilfe angepasst

Das Bundeswirtschaftsministerium hat auf die anhaltende Kritik reagiert und am Dienstagabend (19.1.) eine Vereinfachung der Überbrückungshilfe angekündigt. So können Betriebe nun mehr Unterstützung erhalten und weitere Ausgaben geltend gemacht werde, etwa für den Aufbau von Online-Shops.

Einige Gastronomen in Dortmund seien gut aus dem Sommer gekommen, der für etwas Erholung gesorgt hatte. „Aber das ist jetzt definitiv existenzbedrohend.“

Bereits Anfang Januar hatten Dortmunder Gastronomen nach der Ankündigung der bisherigen Corona-Einschränkungen ein düsteres Bild von der Zukunft gezeichnet. Zwar zeigen nach wie vor viele einen starken Willen durchhalten zu wollen. Zugleich wächst der finanzielle Druck mit jedem Monat ohne Einnahmen weiter.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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