Gefahr durch Falschfahrer: Verkehrsführung an Haltestelle sorgt für Verwirrung

mlzVerkehr in Brechten

Einige Autofahrer scheint die Verkehrsführung an der Haltestelle Oetringhauser Straße zu verwirren. Anwohner beobachten regelmäßig Falschfahrer. Und sehen ein erhöhtes Unfallrisiko.

Brechten

, 20.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Auf dem Weg stadtauswärts in Richtung Brambauer teilen sich Autofahrer über weite Strecke die Brechtener Straße mit der U-Bahn-Linie 41. An der Haltestelle Oetringhauser Straße teilt sich die Fahrbahn jedoch: Die Straßenbahn muss rechts vorbei, für Autos geht es links weiter.

Die Bahngleise trennt eine schmale Straße von den Vorgärten der Anwohner. Dieser verkehrsberuhigte Bereich dient ausschließlich als Zufahrt zu den Wohnhäusern. Dass das nicht für alle Autofahrer auf Anhieb ersichtlich ist, beobachtet Thobias Schürmann (35) regelmäßig. Er berichtet im Gespräch von immer häufiger auftretenden Falschfahrern.

Immer wieder landet ein Fahrzeug im Gleisbett

„Immer wieder fährt hier jemand ungebremst in die Straße“, sagt Schürmann. „In den meisten Fällen bemerken die Fahrer ihren Fehler irgendwann und fahren dann zurück.“ Ab und an lande aber auch schon mal ein Fahrzeug im Gleisbett der Bahn – dort nämlich, wo die Straße für die Anwohner ende.

Auch wenn es nicht immer zu Unfällen komme, seien die verirrten Fahrer nicht ungefährlich für die Anwohner oder die Fußgänger, die von der Haltestelle kommen, meint Schürmann. Der Familienvater sieht vor allem für kleine Kinder, die unachtsam auf die Straße laufen, eine Gefahr.

Letzter schwerer Unfall liegt knapp vier Jahre zurück

Ein erhöhtes Unfallrisiko durch die Verkehrsführung an der Haltestelle wird jedoch weder von der für die Bahn zuständigen DSW21 noch von der Polizei auf Anfrage bestätigt. „In den vergangenen zwei Jahren gab es nur wenige Unfälle mit Sachschaden“, so ein Polizeisprecher. Der letzte schwere Unfall liege einige Jahre zurück. 2015 war ein Mädchen an der Haltestelle zu Tode gekommen.

Aus Sorge um einen ähnlich tragischen Unfall hofft Schürmann auf eine eindeutigere Beschilderung, die Autofahrer in Zukunft ausschließlich links an der Haltestelle vorbei führt. „Wir haben die Bezirksvertretung darauf schon angesprochen, eine zusätzliche Beschilderung wurde aber abgelehnt“, sagt Schürmann.

Schlechte Aussichten für zusätzliche Beschilderung

Bezirksbürgermeister Oliver Stens (SPD) weiß von einer solchen Anfrage jedoch nichts. „Dass die Anwohner eine bessere Beschilderung wollen, ist mir neu“, so Stens, der sich verwundert über die Anfrage zeigt. „Über die aktuelle Baustelle an der Haltestelle haben wir bereits persönlich gesprochen, die allgemeine Verkehrssituation wurde noch nicht angesprochen.“

Eine zusätzliche Beschilderung müsse dann auch erst das städtische Verkehrsamt prüfen. Laut Polizeisprecher sprechen die niedrige Unfallstatistik sowie die schon bestehende, auf die Fahrbahn aufgemalte Verkehrsführung aktuell dagegen. Schürmann will sich dennoch dafür einsetzen. „Ein Schild könnte die Situation für die Anwohner entschärfen.“

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