Gegen Hochwasser und Hitze: Hörder Zentrum soll grüne Klimainseln bekommen

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An fünf Orten im Hörder Zentrum soll bald alles grüner, klimafreundlicher und schöner werden. Ob der Plan tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet sich schon bald.

Hörde

, 04.09.2019, 16:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Schon mal was vom Piepenstockpark gehört? Nicht? Kein Wunder, der ist auch noch Zukunftsmusik. Entstehen soll er auf mehr als 2400 Quadratmetern Fläche rund um den Piepenstockplatz in Hörde. Auch vier weitere Orte sollen verschönert und aufgewertet werden.

Ebenso wie der Piepenstockplatz gehören auch der Schildplatz, der Hörder Neumarkt sowie der Herz-Jesu-Park und ein zukünftiger „Mikropark“ an der Straße Am Richterbusch zu einem Konzept, über das die Bezirksvertretung Hörde am 17. September (Dienstag) entscheiden wird.

Sperriger Titel für ein grünes Konzept

Hinter dem sperrigen Titel „Soziale Stadt – Stadtumbau Hörde: Maßnahmen zur Klimaanpassung und zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Barrierefreiheit“ verbergen sich die Maßnahmen.

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Das gesamte Projekt steht aber noch komplett am Anfang. Die Lokalpolitik kann im ersten Schritt nur dafür stimmen, dass Entwürfe gesammelt werden, wie die Plätze aussehen können. Sie wird am Ende auch das letzte Wort haben.

Gegen Hochwasser und Hitze: Hörder Zentrum soll grüne Klimainseln bekommen

Aus dem Piepenstockplatz soll der Piepenstockpark werden. Dafür kauft die Stadt Dortmund eine Fläche von der Deutschen Bahn. © Jörg Bauerfeld

Landschaftsplaner und Architekten werden sich also zunächst damit befassen, Entwürfe planen, sie einreichen und dann darauf hoffen, dass ihre Idee sich durchsetzt. Auch die Bürger werden explizit beteiligt und sollen ihre Vorstellungen einbringen.

„Wir lassen uns überraschen“

„Wir sind gespannt und lassen uns überraschen von dem, was passieren wird“, sagt Helmut Grundmann. Er ist Vorsitzender des Vereins „Wir am Hörder Neumarkt“, der sich seit fünf Jahren um die Aufwertung des Neumarkts und des Burgunderviertels kümmert.

Gegen Hochwasser und Hitze: Hörder Zentrum soll grüne Klimainseln bekommen

Am Schildplatz direkt am Bahnhof Hörde sind aus Sicherheitsgründen schon einige Bäume gefällt worden. Dieser Bereich soll auch verschönert werden. © Jörg Bauerfeld

288.000 Euro sind für die Umsetzung bis 2022 insgesamt eingeplant, 230.000 Euro davon sollen über Fördergelder abgedeckt werden. Ob der Neumarkt dann statt Pflastersteinen eine Blumenwiese als Untergrund erhält, steht noch völlig in den Sternen. Einige Einzelheiten sind aber schon jetzt klar, wie aus der Verwaltungsvorlage hervorgeht:

  • Am Piepenstockplatz wird ein benachbartes Gelände von der Deutschen Bahn als Teilfläche erworben, um im zukünftigen Piepenstockpark „Raum für einen grünen Aufenthaltsbereich zu schaffen“.
  • Der Hörder Neumarkt ist als „entlastender Aufenthaltsraum bei sommerlichen Hitzeperioden nicht gut aufgestellt. Dazu soll gemeinsam mit allen Nutzern ein Umgestaltungskonzept erarbeitet werden.“
  • „Das Umfeld der Herz-Jesu-Kirche wird durch große Bäume geprägt, von deren Schatten das Umfeld im Sommer profitiert“, steht in der Vorlage. Doch es fehle an einer Ausstattung, um sich hier, insbesondere bei Hitzeperioden, aufhalten und gemütlich sitzen zu können. „Daher soll der Park zwischen Kirche und Entenpoth mit bequemen Sitzbänken ausgestattet und die Wege und Pflanzungen sollen erneuert werden. Eine grundlegende Umgestaltung ist hier nicht nötig.“
  • Anders sei die Situation bei der kleinen Grünanlage an der Ecke Am Richterbusch und Graudenzer Straße. „Diese Fläche soll neu konzipiert werden. Insbesondere für ältere Bewohner und kleine Kinder soll die Fläche attraktiv und funktional gestaltet werden. Die vorhandenen großen Bäume werden im neuen ‚Mikropark‘ bei Hitze angenehmen Schatten spenden.“
  • Rund um den Schildplatz hat es in den vergangenen Monaten schon einige Veränderungen gegeben, so mussten einige Bäume gefällt werden. „Um die Anbindung an die Hörder Brücke zu verbessern und die Verkehrssicherheit für Fußgänger zu erhöhen, soll der Übergangsbereich überplant und umgestaltet werden.“

Die ganzen Veränderungen sind Teil eines „Klimafolgenanpassungskonzeptes“. Von 2014 bis 2016 hat dieses Projekt untersucht, wie sich die klimatischen Veränderungen in Hörde auswirken. Damals hieß es, dass eine enge Bebauung, hohe Bevölkerungsdichte und fehlendes Grün an heißen Tagen zu einer großen Hitzebelastung in Hörde führten.

Geeignete Maßnahmen, um Folgen des Klimawandels wie Überschwemmung und Hitze zu begegnen, seien unter anderem das Entsiegeln von Flächen und das Pflanzen von Bäumen. Und genau das wird jetzt wohl umgesetzt.

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