Gegessen wird immer

Die Stimmung ist gut, denn: Gegessen wird immer. Deshalb bereitet auch die Wirtschaftskrise den heimischen Handwerksbäckern keine übermäßigen Kopfschmerzen.

23.03.2009, 18:31 Uhr / Lesedauer: 1 min

"Unter dem Strich haben wir recht gute Chancen, dass wir weiterhin durchstarten können und dem Fiasko der Banken und der Automobilindustrie entkommen", sagte Jürgen Böhm (Foto), Geschäftsführer der Bäckerinnung Ruhr. So hat sich die Branche bislang wacker geschlagen. Bis dato sei noch keine Kaufzurückhaltung beim Verbraucher zu spüren, unterstreicht Böhm.

Höhere Preise

Dabei schien die Zukunft eine andere zu sein: Großfilialisten, SB-Backshops und Discounter eroberten vor Jahren mit Kampfpreisen auch Dortmund. Doch die Kunden hätten die traditionellen Handwerksbetriebe neu schätzen gelernt - und nehmen inzwischen wieder höhere Preise für Brot und Brötchen gern in Kauf.

Dass mittlerweile auch traditionelle Bäckereien wieder auskömmliche Gewinne einfahren, ist nach den Worten von Böhm auch dem "Einfallsreichtum" der Bäckermeister zu verdanken. Die setzten nämlich nicht nur auf den wachsenden Hunger der Dortmunder nach frischem Backwerk. Vielmehr machten sie sich gleichfalls einen Trend zunutze, nämlich den hin zu kleinen Snacks, Convenience-Produkten wie vorgefertigten Sandwiches und Kaffeespezialitäten. Das lasse die Kassen in den Filialen zusätzlich klingeln.

Kein Stellenabbau

Dass die Krise Betriebe in die Knie zwingen könnte, daran glaubt Böhm nicht. Wer den jahrelangen, knallharten Verdrängungswettbewerb überlebt habe, sei für schwierige Zeiten gut aufgestellt. Handwerksbäcker, die nicht nur gejammert und geklagt, sondern mit einer Qualitätsoffensive um ihren Marktanteil gekämpft hätten, stünden heute besser denn je da. Folglich stehe auch keiner dieser Bäcker unter Sparzwang - und müsse Personal entlassen. ar

Gegessen wird immer

<p>Meisterliches aus dem Ofen: Die Handwerksbäcker wollen ihre Kunden durch Vielfalt und Qualität überzeugen. dpa</p>

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