Anfang der Woche stand an dieser Stelle noch das Fußweg-Schild. Nach der Anfrage unserer Redaktion wurde die abgezäunte Spur am Ostwall zum Fahrradweg umdeklariert. © Kevin Kindel
Versperrte Radwege

Gehweg oder Straße? Stadt Dortmund erklärt Fahrradslalom an Wall-Baustellen

Die Innenstadt soll fahrradfreundlich werden. Während der Bauzeit für den neuen Radwall führen viele Radwege aber vor Baustellenzäune. Nach Anfrage unserer Redaktion hat die Stadt reagiert.

Wer auf dem Dortmunder Wall mit dem Fahrrad unterwegs ist, musste schon immer besonders aufmerksam sein, um sich korrekt und gleichzeitig sicher zu verhalten. In den vergangenen Tagen war die Situation aber besonders verwirrend: Vielerorts endet der Radweg aktuell vor Baustellenzäunen.

Der Baustart für den neuen Radwall, der am östlichen Rand der City entsteht, sorgt für eine außergewöhnliche Situation. Auf dem Außenring, in Fahrtrichtung Norden, wird der Radweg am Ostwall bereits seit einigen Tagen deutlich sichtbar auf die Straße geführt, wo dem Kraftverkehr eine Spur genommen wurde. Dort können Radler bequem von einem Zaun geschützt auf dem Wall fahren.

Unser Video zeigt die Situation am Dienstag (13.4.):

In der Gegenrichtung bot sich aber zu Beginn der Woche (KW 15) ein ganz anderes Bild. Vom Brüderweg aus führte zwar auch so ein abgezäunter Weg in Richtung Süden. Doch stand am Beginn ein Verkehrszeichen, das anzeigt, dass es sich um einen reinen Gehweg handele. Wer an der Kreuzung Arndtstraße / Olpe in Richtung Adlerturm abbog, sah dieses Schild aber nicht. Dürfen Radfahrer dort nun diese Sonderspur nutzen?

Stadtsprecher Maximilian Löchter erklärt: „Derzeit besteht auf der zentrumsnahen Seite zwischen Brüderweg und Ostenhellweg ein geschützter Radweg. Ab Ostenhellweg wird der Radverkehr auf den gemeinsamen Geh- und Radweg zwischen Wallring und Nebenfahrbahn geleitet.“ Das blaue Hinweisschild stand zu Beginn dieser Woche dort also offenbar falsch. Nach der Anfrage unserer Redaktion war es am Freitag (16.4.) bereits durch ein Radweg-Schild ersetzt.

Der Wall wird ab Montag (19.4.) einspurig

Ab Montag (19.4.) soll es an dieser Stelle zusätzlich eine Fernwärmebaustelle geben. Dann werde „der Wallring für den motorisierten Verkehr auf eine Fahrspur reduziert“, so Löchter. Radfahrer sollen dann seitlich an der Baustelle vorbeigeführt werden.

Radwall auf dem Wall ist nicht nur baustellenbedingt zurzeit abenteuerlich. © Kevin Kindel (A) © Kevin Kindel (A)

Eine andere zunächst brisante Situation ist ebenfalls inzwischen „modifiziert“ worden, wie der Stadt-Sprecher mitteilt. In der Nähe des Schüchtermann-Denkmals nahe der Einmündung zur Straße Olpe können Radler nun wieder den ursprünglichen gemeinsamen Rad- und Fußweg zwischen Wall und Nebenfahrbahn nutzen.

Auf den Nebenfahrbahnen von Schwanenwall und Burgwall, dort wo sich viele Parkplätze befinden, wird ebenfalls gebuddelt. Und der Weg der Radfahrer führt stellenweise frontal vor die Baustellenzäune. Wer sich korrekt verhalten will, muss absteigen und auf dem Fußweg schieben. Oder versuchen, bei fließendem Verkehr auf dem Wall neu aufzusteigen und dort zu fahren.

Stadt sieht Mehrwert in parallel durchgeführten Baustellen

Wie Maximilian Löchter erklärt, verlegt das Versorgungsunternehmen DEW21 dort „klimafreundliches Fernwärmenetz“. Dass dies gleichzeitig mit dem Umbau des Radwalls geschehe, habe „den Mehrwert, dass einzelne Baumaßnahmen zusammengelegt und Kosten somit eingespart werden können“, so Löchter. Ebenso würden die Baubelastungen der anliegenden Bürger durch die Überschneidung zeitlich verkürzt.

Der Baufortschritt werde fortlaufend geprüft und „die Wegeführung flexibel den Belangen aller Verkehrsteilnehmenden angepasst“, so Löchter. Dabei könne es zu Verzögerungen kommen: „Das Tiefbauamt bittet kurzfristige Unannehmlichkeiten zu entschuldigen.“ Hinweise auf Mängel, etwa durch Vandalismus, nehme das Amt gerne entgegen und werde Sorge dafür tragen, sie schnellstmöglich zu beseitigen.

Ein Video, wie die Situation am Wall für Radfahrer derzeit ist, sehen Sie unter rn.de/wall-radfahren

Das Tiefbauamt ist erreichbar unter Tel. (0231) 500 oder per E-Mail an tiefbauamt@dortmund.de.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
Zur Autorenseite
Kevin Kindel

Der neue Lokalsport-Newsletter für das Münsterland

Immer dienstags und freitags um 18:30 Uhr das Wichtigste aus dem Lokalsport direkt in Ihr E-Mail-Postfach.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.