Geladene Waffe war in Klapp-Globus versteckt

Prozess gegen Drogenbande

Mit einer Razzia auf einem Gestüt im Dortmunder Norden, in Unna und in Fröndenberg zerschlug die Polizei im September 2015 eine mehrköpfige Marihuana-Bande. Seit Dienstag müssen sich die fünf mutmaßlichen Haupttäter vor dem Landgericht verantworten. Es geht um kiloweise Drogen, internationale Transporte und illegale Schusswaffen.

DORTMUND

05.04.2016, 16:32 Uhr / Lesedauer: 1 min
20 Kilo Marihuana und Kokain zogen die Zöllner bei Lanstrop aus dem Verkehr.

20 Kilo Marihuana und Kokain zogen die Zöllner bei Lanstrop aus dem Verkehr.

Kopf der Gruppe soll ein heute 50-jähriger Mann aus Unna gewesen sein. Geboren ist der Mann in den Niederlanden, gelernt hat er Schädlingsbekämpfer, zuletzt will er aber in Spanien als Immobilienmakler sein Geld verdient haben. Wenn die Anklage stimmt, war das aber nur die halbe Wahrheit.

In ganz großem Stil soll der 50-Jährige seit 2008 Haschisch, Marihuana und Aufputschmittel verkauft haben. Noch bei seiner Festnahme wurden Dutzende Kilos Drogen sichergestellt. Einer der mutmaßlichen Komplizen legte gleich am ersten Verhandlungstag ein Geständnis ab.

Jahrelang will er bei dem 50-Jährigen Rauschgift eingekauft haben. „Später habe ich dann damit begonnen, immer größere Mengen abzunehmen und die Drogen in meinem Freundes- und Bekanntenkreis weiterzuverkaufen“, sagte er den Richtern. Bei der Festnahme der insgesamt fünf Angeklagten stellte die Polizei neben Drogen und Bargeld auch zahlreiche Waffen sicher.

Einer der Männer hatte eine geladene, entsicherte und vorgespannte Pistole in einem Klapp-Globus neben der Couch gelagert. „Er hätte nur noch abdrücken müssen“, hatte ein Polizeisprecher damals nach der erfolgreichen Razzia gesagt. Die übrigen Angeklagten wollen sich im Verlaufe des Prozesses ebenfalls zu den Vorwürfen äußern.

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