Geldstrafe für Unternehmer

Als die Pleite unabwendbar schien, vergriff sich der Firmenchef ausgerechnet am Geld seiner Angestellten. Dafür muss er nun 450 Euro Geldstrafe bezahlen.

24.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Fünf Monate lang hatte der Unternehmer Ende 2003 absichtlich die Sozialbeiträge für eine seiner Mitarbeiterinnen nicht an die Kasse abgeführt. Immerhin genau 2356 Euro, die als Arbeitgeberanteil eigentlich hätten fließen müssen. Der Angeklagte unternahm gestern erst gar nicht den Versuch, sein Fehlverhalten schön zu reden: "Das ist so richtig", sagte er mit Blick auf den Staatsanwalt.

Danach war es mit der Zeit der Offenheit und Ehrlichkeit aber anscheinend vorbei. Denn auf die Frage, warum er denn in den letzten Monaten noch keinen einzigen Cent an Wiedergutmachung an die Krankenkasse gezahlt habe, drehte der Dortmunder mächtig auf. Seine Darstellung: Ende vergangenen Jahres habe er tatsächlich damit begonnen, den Schaden mit monatlichen Raten von 100 Euro abzutragen. Nach drei Monaten habe sich die Kasse jedoch bei ihm gemeldet und ihm mitgeteilt, er solle die Zahlungen doch bitte einstellen. Er würde informiert, sobald die Kasse weiter Geld von ihm haben wolle.

Vergessen!

Richter Wolfgang Tschechne: "Haben sie das schriftlich?" Antwort: "Nein, das haben wir am Telefon besprochen." "Wie hieß der Mitarbeiter?" "Weiß ich nicht mehr." "Haben sie Unterlagen dabei, die die Zahlungen in den ersten drei Monaten beweisen?" "Nein, die habe ich vergessen." "Warum haben sie auf meinen Brief vom Mai nicht reagiert, in dem ich sie zum Nachweis aufgefordert habe." "Äh... den Brief habe ich nicht erhalten."

Das Fazit des Richters: "Man könnte auch auf die Idee kommen, dass das alles nicht stimmt, was sie sagen." "Ja, könnte sein.".

Mit 450 Euro fiel die Geldstrafe letztendlich dann aber wenigstens milder aus als die von der Staatsanwaltschaft beantragte von 750 Euro. von

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