Gemeindereferentin erklärt Gründe für Wechsel von Eving nach Brackel

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Claudia Schmidt ist eine feste Institution in der katholischen Kirche Eving und Brechten. Das wird sich ändern. Denn die 45-Jährige wechselt nach Brackel.

Eving, Brackel

, 26.04.2020, 09:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Claudia Schmidt hat derzeit die berühmten zwei unterschiedlichen Augen: ein weinendes und ein lachendes. Die 45-Jährige ist noch ein paar Tage lang Gemeindereferentin im katholischen Pastoralverbund Eving-Brechten. Zum 1. Mai jedoch wechselt sie in gleicher Funktion zum Pastoralen Raum Dortmund-Ost mit einem Büro in Brackel.

Dabei – und das sei ihr wichtig – wechsle sie keinesfalls, weil es ihr etwa in Brechten und Eving nicht gefalle. Ganz im Gegenteil. Sie möge die gerade Art der Evinger sehr gerne. Der Grund sei ein anderer: Weil es in der katholischen Kirche die Regel gibt, dass ein Gemeindereferent nur maximal zwölf Jahre an einem Ort tätig sein darf und dann wieder wechseln muss, hätte sie nur bis allerspätestens 2024 bleiben dürfen. Denn schon jetzt ist sie acht Jahre in Eving und Brechten.

„Ich möchte in der Stadt bleiben“

Natürlich hätte sie so lange noch warten können, aber: „Ich bin ein Stadtkind und möchte auch gerne in der Stadt bleiben.“ Und jetzt habe es eben die Stellenausschreibung in Brackel gegeben. Da habe sie zugreifen müssen. Andernfalls hätte es in vier Jahren vielleicht nur eine Stelle irgendwo auf dem Land gegeben.

Dennoch: Der Abschied aus dem Pastoralverbund Eving-Brechten falle ihr enorm schwer: Besonders in der Zeit der Flüchtlingskrise seien alle Akteure – und dazu gehörten neben der Politik auch die evangelische und die freikirchliche Gemeinde – eng zusammengewachsen. Das habe sich unter anderem in der „Haltestelle für Toleranz, Vielfalt und Demokratie“ gezeigt, einem Beisammensein gegen Rechts, das lange Zeit jeden Montagabend vor dem Real in Eving stattgefunden hat und an dem sich viele Menschen beteiligten.

Montagsgebete gegen Rechts im Evinger Zentrum

Claudia Schmidt, die Religionspädagogik studiert hat, lobt die Zusammenarbeit mit Pfarrer Leon Watzek – aber auch mit seinen Kollegen von der evangelischen Kirche. Sie sei sicher, dass ihr die Teilnahme an den Runden Tischen für ein demokratisches Eving und zu den Moschee-Neubauten fehlen werde.

Als problematisch sieht Claudia Schmidt die fehlende Nachfolgeregelung für sie in Eving und Brechten an. Gemeindereferentin Claudia Schneider hat eine 25-Prozent-Stelle. Mit dieser Stelle könne sie sicherlich nicht alle Aufgaben übernehmen, die sie, Claudia Schmidt, bisher erledigt habe.

„Ein komisches Zwischenstadium“

Die Nachfolgeregelung ist auch deshalb unklar, weil der Pastoralverbund Eving Brechten bekanntlich im kommenden Jahr mit dem Pastoralverbund Dortmund-Nord-West vereinigt wird.

Wegen der Corona-Krise ist noch nicht klar, wann Claudia Schmidt in Eving offiziell verabschiedet und in Brackel eingeführt wird. Sie habe sich jedoch darüber gefreut, dass der Brackeler Pfarrer Ludger Keite und Gemeindereferentin Andrea Schulze-Röbbecke sie neulich schon mit einem Blumenstrauß begrüßt haben.

„Im Moment fühlt es sich allerdings noch gar nicht wie ein Wechsel an“, sagt sie, „ich arbeite noch genauso wie vorher, habe aber schon ein paar Kisten gepackt. Das ist ein komisches Zwischenstadium.“

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Nach einer Einarbeitungszeit wolle sie in Brackel unter anderem die Beerdigungsdienste und die Schulgottesdienste übernehmen. Und weil die Max-Wittmann-Schule von Eving nach Wickede zieht, bleibt ihr zufällig sogar ein Teil der Schüler erhalten.

Wichtig sei ihr auch die Arbeit in den Seniorenheimen. Gerade jetzt, in der Corona-Zeit, sei ihr noch einmal deutlich geworden, welch großes Problem gerade die Einsamkeit für Senioren sei. Nicht jeder komme mit dem Internet und den Kommunikationsmöglichkeiten zurecht, die es biete.

Weil das Amt der Gemeindereferentin eine Präsenzpflicht beinhaltet, muss Claudia Schmidt demnächst umziehen. Eine geeignete Wohnung habe sie inzwischen so gut wie gefunden.

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