Generation digital vielen Gefahren ausgesetzt

Kinder allein im Netz

„Das Risiko, alleine in der digitalen Medienwelt zu versinken, ist für einige Kinder und Jugendliche hoch.“ Das wissen Experten wie die Psychologin Ines Stölting von der Erziehungsberatungsstelle Brackel. Und genau das befürchten auch viele Eltern, die der Problematik aber oftmals hilflos gegenüberstehen.

15.04.2011, 17:53 Uhr / Lesedauer: 2 min
Allein im Netz. Das kann für Kinder schnell zum Problem werden.

Allein im Netz. Das kann für Kinder schnell zum Problem werden.

Durch Online-Rollenspiele könne sich auch die Persönlichkeit verändern. „Das direkte Gespräch wird zunehmend durch andere Kommunikationsformen medial überlagert: Mailen, chatten, bloggen, simsen – es funkt auf allen Kanälen, aber lässt einen zeitweise trotzdem allein“, bringt es Klaus H. Metge, Psychologe in der Beratungsstelle Hombruch, auf den Punkt. Beide Experten wissen, dass Medien aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken sind. Die Nutzung von TV, Handy, PC, Internet und Spielkonsolen ist zur Selbstverständlichkeit und für die junge Generation zur unverzichtbaren Bereicherung geworden. Wichtig sei es, dass sich Kinder vor dem 13. Lebensjahr sicher in der Medienwelt bewegen können und in der Lage sind, eigene Grenzen einzuhalten. „Der Einfluss der Eltern als Ratgeber und Vorbildfunktion nimmt danach meist ab“, sagt Ines Stölting.

Das Problem dabei: Erwachsene müssten sich oft als „Einwanderer“ in der weiten Welt der neuen Medien zurecht-finden und bräuchten im Grunde Reiseführer für das unbekannte „Land Digitalien“, während sich Kinder und Jugendliche dort als „Eingeborene“ wohl fühlen. Gleichzeitig schwindet die Bedeutung traditioneller Sozialisationsinstanzen (Familie, Schule, Kirche), die Erziehung wird schwieriger, während Leistungsdruck und Überforderung wachsen. Hilfe und Orientierung finden betroffene Eltern in den Erziehungsberatungsstellen. „Wir suchen gemeinsam nach individuellen Problemlösungen. Die Skala reicht von den Gefahren der ,Social Networks‘ über PC-Spielsucht bis zu Cybermobbing“, berichtet Klaus H. Metge. Dabei gehe es um das Aushandeln stufenweiser Veränderungsschritte sowie um die Einführung von Regeln und Ausgleich. Die Suche nach vernünftigen Kompromissen solle im Vordergrund stehen – um denkbaren Auswüchsen zu begegnen, dass zukünftig der Eltern-Avatar dem Kinder-PC mailt: „Essen fertig“... 

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