Starkregen. Viel zu tun für die Feuerwehr. Da kann sie nicht immer pünktlich sein. © privat
Meinung

Genervt, weil die Feuerwehr spät kommt? Das darf doch nicht wahr sein!

Stundenlang halfen Feuerwehrleute und andere Helfer beim Kampf gegen die Fluten des Dortmunder Unwetters. Doch nicht immer schlug ihnen Dankbarkeit entgegen. Unser Autor ringt um Fassung.

Das Unwetter von Mittwochnachmittag ist ein Ereignis, wie es in 100 Jahren nur wenige Male vorkommt. Es ist ein Ausnahmezustand, eine Belastungsprobe für alle Menschen, die von den Wassermassen betroffen waren. Und es ist ein Ausnahmezustand für alle Helfer, die bis tief in die Nacht damit beschäftigt waren, Keller leer zu pumpen, Gullys freizulegen und – wie in Hörde – einen U-Bahn-Schacht vor der Überflutung zu schützen.

Da sind Geduld und Demut gefragt. Und Dankbarkeit. Doch nicht immer reagierten alle Bürger so gelassen. Manche seien genervt gewesen, der ein oder andere hätte sich beschwert, warum die Helfer erst spät zum vollgelaufenen Keller kämen. Das war am Donnerstagmorgen von einem Feuerwehrmann zu hören. Dafür fehlt mir jegliches Verständnis – trotz der angespannten Lage.

Die Feuerwehr (und auch Polizisten und Technisches Hilfswerk) hatte viel zu tun, sie musste priorisieren. Wer da ungeduldig reagiert, verkennt die Lage. Oft waren freiwillige Helfer in ihrem Feierabend im Einsatz. Die Leute halfen weil es nötig war. Sie sind keine Dienstleister, auch wenn sie gern einen Dienst leisten.

Grundsätzlich gilt: Die Feuerwehr soll nur im Notfall gerufen werden. Vorher helfe ich mir und meinem Nachbarn selbst. Erst, wenn die Aufgabe zu groß wird, ich alt, krank oder gebrechlich bin, rufe ich die Feuerwehr hinzu. Und ich freue mich, wenn sie kommt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Leitender Redakteur, seit 2010 in der Stadtredaktion Dortmund, seit 2007 bei den Ruhr Nachrichten.
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