Geplante Lennhof-Bebauung: „Leider hat die Natur keine Lobbyisten“

mlzWohnen in Dortmund

Die geplante Beubauung des Lennhof-Biotops bleibt weiter Thema: Jetzt haben die Dortmunder Naturschutzverbände klargemacht, was sie von den Plänen halten.

Menglinghausen

, 11.02.2020, 17:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

So viel vorab: Entschieden ist in der Angelegenheit noch nichts. Bevor auf der Lennhof-Fläche entlang des Rüpingsbaches in Menglinhausen gebaut werden darf, muss die Dortmunder Politik ihr Einverständnis geben.

Und bis das so weit ist, sind noch einige formale Hürden zu nehmen. Denn zu einem normalen Bebauungsplan gehört auch die Meinung der Öffentlichkeit.

Geplante Lennhof-Bebauung: „Leider hat die Natur keine Lobbyisten“

Die einzige Zufahrt zum neuen Wohngebiet soll über eine Verlängerung des Seilbahnweges führen. © Michael Nickel

So hat sich nun auch die Arbeitsgemeinschaft der in Dortmund anerkannten Naturschutzverbände zur möglichen Bebauung des Geländes geäußert. Die Meinung von BUND, Nabu und LNU: Sie lehnen das Vorhaben „in der derzeitigen Form als unverhältnismäßig starken und vermeidbaren Eingriff in den Naturhaushalt ab“.

Gut 100 Wohnungen sollen entstehen

Auf der Fläche will ein Investor ein Wohngebiet mit bis zu 100 Wohnungen bauen in einer Mischung aus Mehrfamilien- und Einfamilienhäusern. Anwohner und Naturschützer kritisieren die Pläne.

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Zum einen wollen sie das naturbelassene Biotop am Rande des Rübingspaches erhalten, das als Grabeland und Pferdewiese genutzt wurde und wird, zum anderen fürchten sie eine zu hohe Verkehrsbelastung. Die einzige Zufahrt in das neue Quartier ist über den Seilbahnweg vorgesehen.

Die Naturschutzverbände haben in ihrer Stellungnahme einen Vorentwurf des Bebauungsplanes bewertet. Der sei für eine abschließende Stellungnahme unzureichend, „da umfangreiche Beurteilungsunterlagen [...] fehlen“, heißt es.

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Demnach sei in der durchgeführten Artenschutzprüfung nicht berücksichtigt, dass die Quartiershöhlen der vorkommenden Fledermausarten abhängig vom Baumbestand seien.

Fliegen geschützte Arten durch das Biotop?

Zudem hätten Experten der Naturschutzverbände auf dem Gelände geschützte Vogelarten nachgewiesen, unter anderem den Turmfalken.

Geplante Lennhof-Bebauung: „Leider hat die Natur keine Lobbyisten“

Lange wurde ein Teil der Fläche als Grabeland genutzt. © Michael Nickel

Die Nähe zum Rüpingsbach und dessen Vegetation finde keine Erwähnung, obwohl er laut Mitteilung ein „bedeutendes Element im Biotopverbundsystem und mithin wichtiger Wanderungskorridor für bodenlebende Tierarten“ sei.

Lennhof ist nicht schützenswert

Das Lennhof-Gebiet ist vom Landesamt für Umwelt und Naturschutz jedenfalls nicht als schutzwürdiges Biotop gekennzeichnet, anders als beispielsweise das unweit gelegene Naturschutzgebiet „An der Panne“.

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„Leider hat die Natur keine einflussreichen Lobbyisten, die sich mit der Forderung einer ökologischen Optimierung der Fläche im Sinne einer Stärkung des Biotopverbundes durchsetzen können“, schreiben die Naturschutzverbände.

Wann der Bebauungsplan öffentlich ausgelegt wird, steht laut Stadtsprecher Christian Schön noch nicht fest.

„Die Vorbereitungen laufen derzeit noch“, so Schön auf Anfrage. „Hierzu sind wir auf externe Zuarbeit und weitere gutachterliche Aussagen angewiesen.“

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