Mutmaßlich geplanter Hammer-Anschlag auf Lehrer: Jetzt fällt das Urteil

mlzMartin-Luther-King-Gesamtschule

Der Prozess um einen mutmaßlichen versuchten Mordanschlag auf einen Lehrer in Dortmund geht zu Ende. Das Urteil in nicht-öffentlicher Sitzung wird in jedem Fall für großes Aufsehen sorgen.

Dortmund

, 05.07.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Montag (6.7.) kommt der Tag, auf den der Dortmunder Lehrer Wolfgang Wittchow seit vielen Monaten wartet, der ihm aber dennoch so schwer wie kaum ein anderer fallen dürfte. Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit Wittchow an seiner Schule, der Martin-Luther-King-Gesamtschule in Dorstfeld, sterben sollte.

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Ohne Besserung kein Abitur

Der Pädagoge unterrichtet Deutsch und Chemie, ist bei den allermeisten Schülern äußerst beliebt und ein Typ, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Wer die öffentlichen Einträge in seinem Facebook-Account liest, lernt einen Mann kennen, der sich zu vielen gesellschaftlich relevanten Themen äußert, der sich nicht verstellt und der sagt, was Sache ist.

Es war möglicherweise dieser Charakterzug, der einem seiner Schüler im Mai 2019 nicht geschmeckt hat. Wittchow soll ihm gesagt haben, dass er mit diesen Leistungen seinen Traum vom Abitur begraben könne. Die Reaktion des Jungen beschäftigt nun seit Januar das Landgericht.

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Schüler sollen Lehrer in Falle gelockt haben

Zusammen mit zwei Freunden soll der Jugendliche geplant haben, Wolfgang Wittchow zu ermorden. Unter dem Vorwand, ein Mitschüler habe einen Kreislaufzusammenbruch erlitten, sollen sie den Lehrer auf einen abgelegenen Teil des Parkplatzes gelockt haben, um ihn dort mit einem Hammer zu erschlagen.

Wittchow aber war misstrauisch und deshalb besonders aufmerksam. So vereitelte er den Plan, ohne es zu merken.

Dortmunder hofft auf hartes aber gerechtes Urteil

Der Dortmunder hat sich dem Verfahren als Nebenkläger angeschlossen. So hatte er die Möglichkeit, jeden Verhandlungstag zu verfolgen. Zuschauer dürfen nicht hinein.

Zu Prozessbeginn hat er die Hoffnung geäußert, dass die Urteile hart aber gerecht ausfallen werden. Angemessen sei eine „Strafe, die sich in Jahren bemisst und nicht nur in Monaten“, sagte er auf dem Gerichtsflur. Denn: „Resozialisierung kann ja auch im Gefängnis stattfinden.“

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Ende des Prozesses am Montag

An diesem Montag will die Jugendstrafkammer des Landgerichts die Urteile verkünden. Und obwohl aus dem Gerichtssaal bisher nie etwas nach außen gelangt ist, könnte es sein, dass die Entscheidung der Richter Wittchow nicht überzeugen wird.

Zwar ist die Staatsanwaltschaft bis zuletzt dabei geblieben, das Tun der Angeklagten als versuchten Mord einzustufen. Die beantragten Strafen sollen aber nur in einem Fall die Grenze von zwei Jahren überschritten haben. Diese Grenze entscheidet, ob eine Strafe zur Bewährung ausgesetzt werden kann.

Noch ist aber unklar, ob die Richter überhaupt von einem Mordversuch ausgehen. Denn der geplante Anschlag endete zum Glück schon, bevor der Hammer ergriffen wurde.

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