Geschäfte in Dortmund dürfen an vier Sonntagen vor Weihnachten öffnen

mlzCorona-Schutzverordnung

In ganz NRW sollen Geschäfte an allen Advents-Sonntagen öffnen können. Ob das in Dortmund wirklich passiert, ist unklar. Die ersten Reaktionen auf die neue Verordnung fallen zwiegespalten aus.

Dortmund

, 30.09.2020, 13:15 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die neue Corona-Schutzverordnung des Landes NRW hat eine wichtige Neuigkeit für die Innenstädte gebracht: „Zur Vermeidung von Infektionsgefahren durch einen unregulierbaren Kundenandrang an den Wochenenden vor und nach Weihnachten dürfen Verkaufsstellen des Einzelhandels ausnahmsweise zur Entzerrung des Einkaufsgeschehens ihre Geschäfte auch sonntags öffnen“, heißt es darin.

Explizit gilt das für die Sonntage vom 29. November bis zum 20. Dezember, außerdem noch für den 3. Januar. Von 13 bis 18 Uhr dürfen die Läden an diesen Tagen geöffnet sein. Die Stadt Dortmund prüft nun, wie mit der neuen Verordnung genau umzugehen ist - etwa will man wie üblich mit Kirchen und Gewerkschaften über das Thema reden. Eigentlich wollte die Stadtverwaltung weitere Sonntagsöffnungen vermeiden.

Kirche will „einen weiten Maßstab anlegen“

Friedrich Stiller vom Evangelischen Kirchenkreis betont, dass man Wert auf den Anlassbezug eines verkaufsoffenen Sonntags lege. Ob der Weihnachtsmarkt in der Pandemie zur Begründung reiche? „Wir haben uns verständigt, bei der Bewertung des Anlasses einen weiten Maßstab anzulegen“, so Stiller. Die Kirche wolle aber nicht von der grundsätzlichen Meinung abrücken, nur an ausgewählten Sonntagen zu öffnen.

„Der Großteil wird froh sein, wenn wir sonntags öffnen können“, sagt Matthias Hilgering, Vorstandsmitglied des Cityrings mit Blick auf seine Kollegen in der Innenstadt. Es sei klar, dass man zu den normalen Öffnungszeiten nicht so viele Kunden in den Geschäften haben kann wie in normalen Jahren. Die Sonntagsöffnungen könnten diesen Effekt etwas „abfedern“.

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Die Geschäftsleute hätten genug Verluste eingefahren - allerdings müsse man darauf achten, das Personal in verträglicher Weise möglichst auf die Sonntage zu verteilen. Hilgering sei wichtig, dass jeder Mitarbeiter genügend Zeit mit der Familie verbringen kann.

Er selbst habe für seinen Weinhandel am Westenhellweg bereits beantragt, eine Hütte im Außenbereich und ein Zelt im Innenhof aufstellen zu dürfen. So will er die Besucherströme etwas entzerren. Am Dienstagabend (29.9.) hat auch die Dortmunder Politik über solche Maßnahmen beraten.

Verkaufsstände vor Geschäften sollen möglich sein

Der Ausschuss für öffentliche Ordnung hat beschlossen, eine Sondergenehmigung für Verkaufsstände vor Geschäften prüfen zu lassen. „Es geht uns um kleine Ladenlokale, damit die in die Außenfläche gehen können“, sagte Friedrich-Wilhelm Weber (CDU). In vielen Geschäften dürfen sich wegen der Abstandsregeln nur ganz wenige Kunden gleichzeitig aufhalten.

Ob in Dortmund wirklich an allen Advents-Sonntagen geshoppt wird, steht aber noch gar nicht fest. „Ich weiß nicht, ob das zielführend ist“, sagt Markus Kaluza vom Handelsverband. Der Sonntagsschutz sei im Grundgesetz festgeschrieben, Kaluza erwartet Klagen gegen die Verordnung.

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„Ich kann mir vorstellen, dass wir nicht sonderlich viele zusätzliche Öffnungstage haben werden“, sagt Kaluza. Der Handelsverband wolle verkaufsoffene Sonntage nicht inflationär nutzen: „Der Sonntag soll etwas Besonderes bleiben.“ Nur dann können die Stimmung und die Shoppinglaune auch gut sein.

Wichtig sei außerdem, dass möglichst alle Händler mitmachen. Ein verkaufsoffener Sonntag bringe nichts, wenn nur wenige Läden einer Straße geöffnet sind. „Da ist uns die Akzeptanz wichtig“, so Kaluza. Damit meint er die Händler und auch alle anderen Akteure wie eben Kirchen und Gewerkschaften, mit denen man in Dortmund ein gutes Miteinander pflege.

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