Corona: Wieso dauert es so lange, bis die Stadt Dortmund sich meldet?

mlzGesundheitsamt

Warum dauert es so lange, bis sich das Gesundheitsamt meldet bei Corona-Infizierten und Kontaktpersonen? Die Stadt erklärt die Hintergründe und nennt wichtige Zahlen.

Dortmund

, 16.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Man tut, was man kann. Diesen Satz schreibt die Stadt Dortmund zwar nicht wörtlich. Zwischen den Zeilen steht er aber doch.

Seit dem enormen Anstieg der Corona-Infektionszahlen ist auch die Nachverfolgung der Kontaktpersonen schwieriger geworden. Die Liste derer, die entweder Corona haben oder aber Kontakt hatten zu einem Corona-Infizierten, wird länger und länger.

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Mitarbeiter schaffen acht bis zehn Telefonate am Tag

Aktuell seien 230 Mitarbeiter eingesetzt, erklärt Stadtsprecherin Anke Widow. Nicht nur Mitarbeiter aus anderen städtischen Abteilungen unterstützen das Gesundheitsamt. 60 der 230 sind Bundeswehrsoldaten.

Jeder Fall werde individuell bearbeitet, so Widow: „Je nach Komplexität der aufkommenden Fragen sind die Telefonate unterschiedlich lang.“ So muss beispielsweise geklärt werden: Wohnt ein Infizierter alleine oder mit wie vielen Menschen zusammen? In einer kleinen Wohnung, einem großen Haus, wo begegnet man sich also und wie lange? Zu wem hatte man ansonsten Kontakt?

Das dauert. Nur acht bis zehn Telefonate würden die Mitarbeiter pro Tag schaffen gibt Widow als „groben Durchschnittswert“ an.

Stadt: Aktuell gibt es drei bis vier Tage Verzug

Hinzu kommt: Die Einarbeitungszeit der frischen Mitarbeiter laufe noch. Deshalb gebe es drei bis vier Tage Verzug. Heißt: Auch wenn die Stadt an einem Montag weiß, eine Person ist Corona-gefährdet, kommt das Gesundheitsamt erst gegen Ende der Woche dazu, sie anzurufen.

„Solange die Zahlen auf dem hohen Niveau bleiben, wird es einen Zeitverzug bei der Kontaktierung aller Personen geben“, unterstreicht Anke Widow. In den vergangenen zwei Wochen gab es normalerweise knapp 200 neue Fälle pro Tag.

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Die Zahl der Kontaktpersonen wird nicht veröffentlicht. Dennoch: Wenn man davon ausgeht, dass pro Tag rund 2000 Telefonate geführt werden können, wäre die Grenze bei etwa zehn Kontakten pro Infiziertem.

Gibt es mehr, wird die Liste länger. Gibt es weniger, kommt man dem Ende der Liste ein wenig näher.

Infizierte können helfen, wenn sie eine Liste vorbereitet haben

„Um diese Arbeit wieder im angemessenen Rahmen bewältigen zu können, müssen die Inzidenzzahlen wieder deutlich sinken“, erläutert Widow zur Zielmarke: „Das bundesweite Ziel ist es, wieder zu einer 7-Tage-Inzidenz von 50 zu kommen.“

Hilfreich sei es natürlich, wenn „die positiv getesteten Personen eine Kontaktpersonen-Liste vorbereitet haben“. Denn alles, was am Telefon Zeit spart, beschleunigt die Kontaktverfolgung als Ganzes.

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