Gewalt in Freibädern: So sind Dortmunds Schwimmstätten durch die Hitzewelle gekommen

mlzAusschreitungen in Düsseldorf

Zum dritten Mal in nur vier Wochen musste ein Freibad in Düsseldorf wegen Ausschreitungen geräumt werden. Wie ist die Lage in Dortmund? Die Polizei hat für uns ihre Einsätze ausgewertet.

Dortmund

, 30.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die erneute Räumung des Rheinbads in Düsseldorf hat bundesweit Schlagzeilen gemacht: Am Freitagabend schickte die Polizei die rund 1500 Gäste des Bades nach Hause. Zuvor hatte eine Gruppe junger Männer das Sprungbrett und die Rutsche blockiert, die Bademeister bekamen die Situation nicht unter Kontrolle.

Bereits seit einigen Jahren verzeichnen Freibad-Betreiber einen Anstieg der Aggressivität und der Gewaltbereitschaft in ihren Bädern – auch in Dortmund. „Schlägereien gehören für uns zum Alltag“, sagte Michael Dominik, Geschäftsführer der Sportwelt Dortmund, die vier der sechs Freibäder der Stadt betreibt, Ende Juni unserer Redaktion.

Keine Düsseldorfer Verhältnisse in Dortmund

Doch immerhin: Von den Düsseldorfer Verhältnissen ist Dortmund noch weit entfernt. Während der Hitzewelle vergangene Woche sei alles ruhig geblieben, sagt Dominik auf Anfrage. Er führt das auch darauf zurück, dass nun ein Sicherheitsdienst in den Freibädern eingesetzt werde.

Auch wer bei der Polizei Dortmund nachfragt, bekommt eine entspannte Antwort: „Wir sehen die Freibäder aus polizeilicher Sicht nicht als Problemfeld an“, sagt Sprecherin Nina Kupferschmidt. Auch in der vergangenen Woche und am Wochenende habe es „keine Auffälligkeiten“ rund um die Freibäder gegeben.

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Bedeutend weniger Einsätze in Dortmunds Freibädern

Diesen Eindruck bestätigen die Einsatzzahlen dieses Jahres, welche die Polizei für unsere Redaktion ausgewertet hat: Insgesamt verzeichnete die Polizei seit dem Beginn der Freibadsaison bis Mitte vergangener Woche 37 Einsätze in Dortmunds Freibädern – 19 weniger als im gleichen Zeitraum 2018.

Meist waren es kleinere Einsätze, bei den mit Abstand meisten (9) ging es um Verkehrsbehinderungen. Lediglich bei drei Einsätzen ging es um Körperverletzungs-Delikte, bei einem weiteren um Streitereien zwischen Gästen, bei denen keine Straftaten begangen wurden.

Verkehrschaos in Deusen sorgte für Polizeieinsätze

Mehr als die Hälfte der Polizei-Einsätze an Freibädern (21) entfielen in dieser Saison bisher übrigens auf das Freibad Hardenberg. Das wiederum liegt auch an der in Deusen tobenden Diskussion über das Verkehrschaos rund um das Freibad an heißen Tagen.

Ende Juni war das Problem einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden. Unsere Redaktion veröffentlichte damals ein Video, auf dem zu sehen ist, wie 250 Freibad-Besucher auf einen Linienbus zustürmten, um einen Platz im Bus zu ergattern. Anwohner beschwerten sich zudem über zugeparkte Straßen. Polizei und Stadt reagierten mit erhöhter Präsenz, DSW21 setzt inzwischen zusätzliche Busse gegen Ende der Öffnungszeiten des Freibads ein.

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