Gibt es doch eine Zukunft für die kleine Kult-Pommesbude in Hörde?

mlzKult-Pommesbude

Praxisräume, Geschäfte und Sozialwohnungen soll ein Neubau an der Alfred-Trappen-Straße 1-3 erhalten. Auch die kleine Kult-Pommesbude ohne Namen könnte dort ein neues Domizil bekommen.

Hörde

, 07.04.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pommesbude hat gerade einmal sechs Quadratmeter. Wer würde die da nicht wieder reinholen?“, sagt Philipp Damm. Im Gespräch mit unserer Redaktion räumt er mit Gerüchten um die Kult-Frittenschmiede auf. Philipp Damm ist Praxismanager der Augenärzte-Praxisgemeinschaft Thanh-Truc Tran und Dr. Daniel Krause. Spekulationen um die Schließung machen seit Wochen die Runde. Hintergrund ist ein Eigentümerwechsel.

Die beiden Wohn- und Geschäftshäuser gehören nun der Alfred-Trappen-Straße 1-3 GbR, einer Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Wer die Gesellschafter sind, will Damm nicht sagen. Er spricht von einer „Praxis-nahen GbR“, die „nur dieses Objekt hat“.

Fest steht: Er spricht im Namen der GbR. „Ich bin praktisch nur derjenige, der vermittelt.“ Auch ob er selbst dazu gehört, verrät Damm nicht. Er versichert aber, dass an Gerüchten, wonach russische Oligarchen, ein international tätiges Investoren-Konsortium oder so genannte „Heuschrecken“ die Häuser gekauft hätten, „nichts dran“ sei.

Im Neubau hätte auch die Kult-Pommesbude einen Platz

Philipp Damm bringt ein wenig Licht in das Dunkel der Spekulationen um die attraktiven Grundstücke in Hördes 1b-Lage. Dort soll mittelfristig ein neues Haus mit Praxisräumen, Geschäften und sozialen Wohnungen entstehen – was praktisch einer Erweiterung der derzeitigen Nutzung um die Praxisräume gleich kommt. Die Bauherren wollen das durch eine durchgehende viergeschossige Bebauung erreichen. Bislang ist das Gebäude mit der Hausnummer 1 eingeschossig. Darin liegt auch die beliebte Kult-Pommesbude.

Und die könnte laut Damm auch in dem Neubau einen Platz haben. Zwischen der Imbiss-Inhaberin Christel Rommel und den neuen Eigentümern herrscht aktuell allerdings Funkstille. „Ohne Kommunikation ist es aber schwierig“, sagt Damm. „Es ist schade, dass es so ist. Mir ist kein Plan bekannt, der besagt, dass für die Pommesbude zukünftig kein Platz mehr vorhanden wäre.“

Gefragt nach der erfolgten Kündigung des Mietvertrags für die Pommesbude betont der Praxismanager, dass diese bereits vom alten Eigentümer ausgesprochen worden sei. Die GbR habe die Kündigung zur Rechtssicherheit nur bestätigt. Pommesbuden-Inhaberin Christel Rommel will dazu nicht mehr sagen, als dass sie „den Standort in Hörde erhalten möchte“.

Augenarzt-Praxen platzen derzeit aus allen Nähten

Ursprünglich hätte die GbR geplant, den Altbau zu sanieren, das eingeschossige Haus aufzustocken und darin Praxisräume einzurichten. „Eine Sanierung geht nicht, weil der Zustand des Gebäudes relativ schlecht ist.“

In den Praxisräumen soll ein Augenzentrum entstehen. „Wir platzen hier aus allen Nähten“, verweist er auf die jetzigen Praxisräume nebenan an der Ecke Hermannstraße. „Was gebraucht wird, ist eine ebenerdige Fläche.“ An den See wolle die Praxis nicht. „Die Ärzte sind verbunden mit Hörde.“ Der Wunsch, im Zentrum zu verbleiben, mache es schwer: „Es gibt in Hörde nirgends eine so große zusammenhängende Fläche.“

Zeitpunkt des Neubaus ist derzeit noch offen

Die Verbundenheit mit dem „ganz eigenen Charme“ des Hörder Zentrums soll sich auch in der Architektur des Neubaus widerspiegeln. „Man möchte die Front an das traditionelle Hörde anpassen“, erklärt Damm. Die Fassade des Neubaus soll denen der Häuser an der „Schlanken Mathilde“ ähneln. Und: „Es soll mindestens so viel sozialer Wohnungsraum wie jetzt entstehen“, verspricht er. „Die Stadt ist auch daran interessiert.“

Wann der Neubau errichtet wird, ist derzeit noch offen. Das hängt unter anderem auch mit den unterschiedlichen Laufzeiten der bestehenden Mietverträge zusammen. Die GbR biete ihren Mietern Hilfe an, neue Räume oder Wohnungen zu finden. Philipp Damm: „Keiner wird wortlos vor die Tür gesetzt.“

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