Giftköder gefressen? Tierarzt gibt fünf Tipps für Hunde-Besitzer

mlzHunde-Köder

Hundehasser verteilen sie überall dort, wo Vierbeiner anzutreffen sind: präparierte Köder. Was ist zu tun, wenn der Hund Symptome zeigt? Ein Tierarzt aus Dortmund weiß, was zu tun ist.

Scharnhorst

, 12.11.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit Gift oder scharfkantigen Gegenständen versehene Hunde-Leckerlis werden in den meisten Fällen sehr gerne von den Vierbeinern angenommen – oftmals mit tragischen Folgen.

Erst vergangenen Mittwoch (3.11.) wurde ein Wurststück mit Nägeln präpariert an der Severingstraße in Dortmund-Scharnhorst entdeckt. Diesmal scheint kein Hund verletzt worden zu sein.

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Was aber ist im Ernstfall zu tun? Der Dortmunder Tierarzt Volker Borchers hat fünf Tipps parat.

1. Den Hund bei Verdacht gut beobachten

„Oft kann ein Hundehalter gar nicht sehen, was der Vierbeiner verschlungen hat. Beim Verdacht der Fremdaufnahme ist es wichtig, den Hund gut zu beobachten“, rät der Tierarzt.

Er arbeitet seit knapp 30 Jahren in Scharnhorst und ist leitender Tierarzt der Kleintierpraxis in der Bücherstraße.

2. Den Hund nicht mehr füttern

„Wichtig ist, den Hund beim Verdacht nicht mehr zu füttern“, sagt der Tierarzt. Wenn der Hund noch fresse, könne es wohl nicht so schlimm sein, sei das Motto vieler Halter.

Auffälligkeiten im Magen-Darm-Trakt kann der Tierarzt dann möglichweise aber nicht feststellten.

3. Hund nicht zum Erbrechen bringen

„Bringen Sie Ihren Hund keinesfalls zum Erbrechen“, warnt Volker Borchers. „Ätzende Stoffe oder scharfkantige Gegenstände könnten die Speiseröhre verletzen und den Zustand verschlimmern.“

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Medizinische Aktivkohle bringe auch nicht immer den gewünschten Effekt, sagt der Tierarzt. Zwar binden Kohletabletten Giftstoffe im Körper, das Tier brauche aber die richtige Dosierung. Das Ausprobieren kostet im Ernstfall überlebenswichtige Zeit.

4. Symptome frühzeitig erkennen

Symptome zeigen sich nicht immer unmittelbar nach der Aufnahme des präparierten Köders, so Borchers.

Treten verändertes Verhalten, atypische Bewegungen, Juckreiz, vermehrter Speichelfluss, Erbrechen oder Durchfall auf, dann sei Eile geboten und die Fahrt zum Tierarzt ein Muss.

5. Probenmitnahme hilft bei der Diagnostik enorm

Fremdkörper im Magen könne der Tierarzt auf den Röntgenbildern leicht erkennen und sofort reagieren, erklärt Borchers. Je früher das Tier behandelt werde, desto reeller seien die Überlebenschancen.

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Problematischer gestalte sich die Diagnostik im Falle des Verdachts auf Giftaufnahme. Das komme beinahe wöchentlich vor, sagt der Tierarzt. Darüber können nur die Laborwerte der Blutuntersuchung sicher Aufschluss geben. „Wenn Halter noch irgendwie an die Reste des Köders kommen, hilft das enorm. Die Proben können wir dann zusätzlich einschicken.“

Bei dringendem Verdacht auf Vergiftung durch Rattengift etwa habe jede Praxis das geeignete Gegenmittel vorrätig da und könne sofort reagieren. Auch hier gelte: Je schneller die Therapie beginne, desto höher sei die Überlebenswahrscheinlichkeit.

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