Knapp dem Tod entronnen: Brackeler Hündin Kira hat Gift gefressen

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Rüdiger Mertens lässt seine Hündin nicht mehr von der Leine und meidet bestimmte Wege. Nachdem sie Gift gefressen hatte, ist sie nur knapp dem Tod entronnen.

Brackel

, 29.12.2019, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rüdiger Mertens (41) hat einige schlimme Tage hinter sich. Doch der Reihe nach: Am Morgen des 23. Dezember hat er sich wie jeden Tag mit seinem Hund Kira, einer fünfjährigen Mischlingsdame, zu einem Spaziergang aufgemacht.

Mertens wohnt an der Thranestraße zwischen Brackel und Neuasseln und nutzt gerne die nahegelegenen Kleingartenanlagen, um seinen Hund kurz von der Leine zu lassen. „Der braucht Bewegung“, sagt Mertens.

Schnell habe er an diesem Morgen gesehen, dass Kira, die Mertens einst als Welpe aus Rumänien bekommen hat,, irgendetwas im Maul hatte und schließlich verschlang. Von da an ging‘s bergab.

Die Hündin erbrach sich, rannte unruhig hin und her und trank ungewöhnlich viel Wasser. Als sie schließlich eine schleimige Substanz aussonderte, machte sich der Hundebesitzer auf den Weg in die Tierklinik Scharnhorst.

Große Blutlache im Wartezimmer

Dort sei Kiras Zustand schlimmer geworden. Das Tier schied nach Mertens‘ Angaben so viel Blut aus, dass sich eine große Lache im Wartezimmer bildete. Er habe Angst gehabt, dass die Hündin an Ort und Stelle verblute.

Der Arzt ging schließlich davon aus, dass es sich bei der Substanz, die Kira gefressen hat, um ein blutverdünnendes Mittel gehandelt haben müsse, wie es auch in Rattengift vorkomme.

Er wisse natürlich nicht, sagt Mertens, ob es tatsächlich etwas war, das zur Abwehr der vierbeinigen Nager ausgestreut worden sei, oder ein Giftköder, der gezielt für freilaufende Hunde eingesetzt worden sei. Er wolle keine Vermutungen aussprechen und könne natürlich nichts beweisen.

Aber wenn es tatsächlich ein Giftköder für Hunde gewesen sei, dann sei er schlicht fassungslos. „Wie können Menschen so etwas tun?“, fragt er. Nach seiner Scheidung sei der Hund das Liebste, was er habe, sein Ein und Alles. Aber selbst, wenn er einen Täter benennen könnte: Die Verletzung oder Tötung eines Tiers gelte in Deutschland als „Sachbeschädigung“ – etwas, das er absolut nicht verstehen könne, so Mertens.

Hündin ist mittlerweile auf dem Weg der Besserung

Die gute Nachricht: Inzwischen geht es Kira wieder deutlich besser. Die Hündin sei zwar noch etwas schlapp und müsse Medikamente nehmen, aber Lebensgefahr bestehe nicht mehr.

Natürlich meide er bei seinen Spaziergängen die Kleingartenanlagen, und er lasse das Tier auch nicht mehr von der Leine, was eine Tortur für Kira darstelle.

Rüdiger Mertens setzt sich für eine Behandlungspflicht für Hunde ein. Die Behandlung habe ihn nun über 500 Euro gekostet. „Was wäre gewesen“, so fragt er, „wenn ich das Geld nicht gehabt hätte? Dann wäre mein Hund elendig verreckt.“ Rüdiger Mertens setzt sich auch für bessere Hundeauslaufflächen ein. Die vorhandenen seien in einem katastrophalen Zustand.

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