Goldpreis auf Rekordhoch: Dortmunder Juwelier gibt Tipps zum Schmuck

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Der Goldpreis befindet sich Anfang August auf einem Rekordhoch. „Es ist nicht mehr wie früher“, sagt ein Händler aus Dortmund. Viele fragen sich, ob sie nun kaufen oder verkaufen sollten.

Dortmund

, 10.08.2020, 17:40 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Jahrzehnt ist es her, dass Gold auch nur annähernd so wertvoll war wie heute. So teuer wie Anfang August war das Edelmatall aber wohl noch nie. Eine Feinunze Gold kostet mehr als 2000 US-Dollar. Umgerechnet bedeutet das: Ein Gramm Gold kostet 55 Euro. „Der Kurs ist explodiert“, sagt Corinna Koerfer.

Sie ist Sprecherin der Haeger GmbH, ein Gold- und Edelsteinhändler mit Filiale in der Dortmunder Viktoriastraße. So hoch, erklärt Koerfer, habe sie den Goldpreis noch nie erlebt. „Vor dem Lockdown waren wir so gut wie leergekauft. Seit die produzierenden Unternehmen wieder arbeiten können, können auch wir wieder Waren bestellen.“

„Die Menschen haben Angst, dass sie nicht mehr an ihr Geld kommen“

Doch so sehr sind die Kunden gar nicht darauf aus, für einen derzeit hohen Preis Gold anzukaufen in der Hoffnung auf eine weitere Wertsteigerung. „Die Tendenz geht eher zum Verkauf“, sagt Koerfer.

„Viele müssen den Gürtel gerade vermutlich etwas enger schnallen. Die Menschen haben auch Angst, dass die Banken pleite gehen und sie nicht mehr an ihr Geld kommen.“ Nicht selten sagten Kunden demnach, dass sie ihr gegen Gold eingetauschtes Bargeld im Sparstrumpf deponierten.

„Der Verkauf ist gerade tot“, sagt Metin Celik. Er ist Inhaber des Juweliergeschäftes Metin an der Hansastraße und hat in Sachen Gold derzeit fast nur mit Ankauf zu tun. Doch auch das gestalte sich schwierig. „Es ist nicht mehr wie früher“, so Celik.

„Die Menschen gehen nicht mehr zum Goldschmied oder Juwelier ihres Vertrauens, sie gehen durch 20 Läden und schauen, ob sie noch einen Euro mehr bekommen.“ Beim derzeit hohen Goldkurs überlegten sich die am Kauf interessierten Kunden dreimal, ob sie nicht lieber abwarten, bis der Kurs wieder fällt.

Carsten Bärenfänger rät all jenen, die noch alten oder geerbten Goldschmuck daheim haben, bald zu verkaufen. „Das Risiko, dass der Preis fällt, ist größer als dass er weiter steigt“, sagt der Inhaber und Geschäftsführer der gleichnamigen Goldschmiede an der Kleppingstraße. Wichtig dabei: „Kunden sollten zu einem seriösen Geschäft gehen und Preise vergleichen“, so Bärenfänger.

In sieben Jahren hat sich der Goldpreis verdoppelt

Zuletzt habe es vor gut einem Jahrzehnt einen Goldboom gegeben. 2011 und 2012 kostete ein Gramm Gold rund 44 Euro, danach ging es mit dem Kurs bergab - bis auf 28 Euro im Jahr 2013.

Seit März 2020 steigt der Preis nun von damals 43 auf jetzt 56 Euro. Bei 100 Gramm Gold macht das einen Unterschied von 1300 Euro. Und wer beispielsweise 2013 Gold eingekauft hätte, könnte nun zum doppelten Preis verkaufen.

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Bei der Entwicklung des Goldpreises könnten Bärenfänger zufolge gleich mehrere Faktoren eine Rolle spielen. „Einige Anleger fürchten sich vielleicht, dass Unternehmen es nicht durch die Krise schaffen und investieren dann lieber in Gold als in Aktien.“

Ebenso mögliche Erklärungen: die US-Wahl, das chinesische Neujahrsfest, bei dem Goldschmuck verschenkt wird, oder auch die indische Hochzeitssaison, wo ebenfalls viel Gold in Umlauf gebracht wird.

Der hohe Goldpreis hat auch direkte Auswirkungen auf hiesige Brautpaare, sagt Bärenfänger, der ebenfalls Inhaber des Trauring-Studios am Westenhellweg ist. Denn wer zur Hochzeit eigentlich Eheringe aus Gold eingeplant hatte, müsse nun deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Monaten. Dennoch sei die Nachfrage nach Goldschmuck bei ihm zuletzt höher gewesen als sonst.

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