Josef Wentzler entwarf den Hauptfriedhof - und liegt dort auch begraben

Grabsteine erzählen Geschichten

In unserer Serie „Grabsteine erzählen Geschichten“ stellen wir in lockerer Folge Menschen vor, die in Dortmund gewirkt haben. Heute geht es um den Architekten Josef Wentzler.

von Tobias Weskamp

Wambel

, 23.07.2019, 10:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Josef Wentzler entwarf den Hauptfriedhof - und liegt dort auch begraben

Der Architekt Josef Wentzler liegt auf dem Hauptfriedhof begraben. © Tobias Weskamp

Josef Wentzler wurde am 7. Oktober 1884 in Vicht in der Nordeifel geboren. Der Architekt beschäftigte sich während des Ersten Weltkriegs hauptsächlich mit der Planung von Friedhöfen. Er entwarf Pläne für Kriegerfriedhöfe, aber auch für Kriegerdenkmäler.

Große Beachtung fand die Umsetzung des Planes Hauptfriedhof Dortmund, den er mit dem Gartenarchitekten Gustav Allinger entwarf. Dieses Großprojekt nahm Wentzler zum Anlass, sich 1919 in Dortmund niederzulassen.

In den 1920ern war Wentzler besonders produktiv. Er entwarf zahlreiche Gebäude in Dortmund, aber auch in anderen Orten. Mit dem lokal gut vernetzten Heinrich Strunck bildete er eine Bürogemeinschaft.

1929 wurde das Büro beim Wettbewerb für die Stadterweiterung von Santo Domingo und das Kolumbus-Leuchtturm-Ehrenmal als einziger deutscher Teilnehmer unter den zehn Preisträgern zum engeren Wettbewerb eingeladen.

Im Jahr 1933 trat Wentzler in die NSDAP ein. In den darauffolgenden Jahren gab es noch einige Entwürfe Wentzlers; so entwarf er die Deutschlandhalle für die Olympischen Spiele 1936 in Berlin. An dieser kann man den Neoklassizismus der NS-Repräsentationsbauten ablesen. Es wurde aber nur noch wenig verwirklicht.

Bestattet wurde Wentzler, der am 14. Juli 1942 starb, auf dem Hauptfriedhof, den er maßgeblich mitgestaltet hatte und der als sein Hauptwerk gesehen wird.

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