Maskenpflicht: Im Lütgendortmunder Dorf herrscht große Einigkeit

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Wie finden die Menschen die Maskenpflicht in wenig belebten Fußgängerzonen? Die Antworten im Dortmunder Westen fallen einhellig aus.

Lütgendortmund

, 27.10.2020, 17:58 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dienstagmittag, 14 Uhr: Auf dem Marktplatz sitzen mehr Tauben als Menschen. Auch die Fußgängerzone im Ortskern von Lütgendortmund wirkt verwaist. Eine halbe Stunde später wird es etwas voller, doch von Zuständen wie auf dem Westenhellweg oder am Phoenix-See in Hörde ist man hier weit entfernt.

Die Menschen rund ums Amtshaus können sich gut aus dem Weg gehen. Der größte Teil, dem wir begegnen, trägt vorschriftsmäßig eine Maske – und findet das völlig in Ordnung, wie wir bei unserer kleinen Umfrage im Dorf erfahren.

Große Akzeptanz für die Maskenpflicht

Niemand meckert über die seit vergangener Woche geltende Maskenpflicht in zehn Vororts-Zonen, keiner schüttelt darüber den Kopf. Zumindest niemand, der mit uns spricht. Natürlich gibt es auch Maskenmuffel, die aber abwinken und an uns vorbeirauschen.

Brigitte Giesen trägt ihre Maske freiwillig, um andere zu schützen. Auch an weniger belebten Plätzen hält sie die Maskenpflicht für sinnvoll.

Brigitte Giesen trägt ihre Maske freiwillig, um andere zu schützen. Auch an weniger belebten Plätzen hält sie die Maskenpflicht für sinnvoll. © Beate Dönnewald

Ob junge oder ältere Leute, ihre Ansichten unterscheiden sich kaum. Der 23-jährige Lütgendortmunder findet die Maskenpflicht im Freien genauso wichtig wie die 70-jährige Brigitte Giesen und der 66-jährige Jürgen Springer. „So lässt sich das Infektionsrisiko eindämmen. Außerdem ist es ja nicht immer so leer hier wie gerade“, sagt der junge Mann und verweist auf den Wochenmarkt mittwochs und samstags.

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Brigitte Giesen trägt ihren Mund-Nasen-Schutz sogar freiwillig. „Ich habe eine Befreiung aus gesundheitlichen Gründen, aber ich will andere Menschen schützen, deshalb trage ich Maske.“ Der 70-Jährigen gehen die Maßnahmen nicht weit genug. „Die Regierung müsste viel härter durchgreifen.“

Maske ist wie eine zweite Haut

„Absolut in Ordnung“, „Wir finden es nicht schlimm“, „Ich finde das gut“: So und so ähnlich fallen die Antworten der Befragten zur Maskenpflicht aus. „Für mich ist meine Maske schon wie eine zweite Haut“, sagt die 71-jährige Frau mit dem Vornamen Christel.

Jürgen Springer beobachtet vor allem abends viele Maskenmuffel im Dorf. Er selbst hält die Maskenpflicht rund ums Amtshaus für "absolut richtig."

Jürgen Springer beobachtet vor allem abends viele Maskenmuffel im Dorf. Er selbst hält die Maskenpflicht rund ums Amtshaus für "absolut richtig." © Beate Dönnewald

„Damit kann man doch wohl leben“, meinen Ilona Schicke und Lothar Otte aus dem benachbarten Bochum. Für Maskenmuffel hätten sie keinerlei Verständnis. „Wir wollen hier keine Zustände wie in Frankreich und Belgien.“

Die 42-jährige Mutter, die gerade mit ihrem Sohn über den Marktplatz eilt, hält das Masketragen im Freien vor allem bei Unterhaltungen für sinnvoll. Für Jürgen Springer ist der Mund-Nasen-Schutz überall ein absolutes Muss: „Ich gehöre zur Risikogruppe. Die Maske empfinde ich mittlerweile gar nicht mehr als belastend und schlimm.“

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Der 66-Jährige wohnt mitten im Dorf und kann von seinem Balkon aus den Marktplatz gut überblicken. „Abends ist hier deutlich mehr los und dann sehe ich leider auch viele ohne Maske. Wenn die Polizei kommt, machen sie sich schnell was vors Gesicht, ist die Polizei weg, wird es wieder weggepackt.“

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