Großeinsatz nach Rockerkrieg: Ermittler finden Waffen in Dortmund und Drogenküche in Lünen

Organisierte Kriminalität

Ein Rockerkrieg in Hagen hat einen gigantischen Fall organisierter Kriminalität auffliegen lassen. Ermittler entdeckten jetzt illegale Waffen in Dortmund und eine Drogenküche in Lünen.

Dortmund, Lünen

, 28.08.2019, 16:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Großeinsatz nach Rockerkrieg: Ermittler finden Waffen in Dortmund und Drogenküche in Lünen

Die Ermittler nahmen mehrere Personen fest, unter anderem wegen illegalen Waffenbesitzes. © dpa

Monatelang waren Ermittler einer Sondereinheit aus Hagen auf der Spur einer Tatwaffe aus einem sogenannten „Rocker-Krieg“. Am Mittwoch (28.8.) schlugen Spezialeinheiten zu: Zwölf Wohnungen, Häuser, Werkstätten und eine Firma wurden in NRW und Niedersachsen durchsucht, darunter auch zwei Objekte in Dortmund und Lünen.

„In Dortmund haben wir Waffen gefunden, es gab auch eine Festnahme“, erklärte Staatsanwalt Thomas Schmelzer am Mittwochmittag. In Lünen wurde zudem in einer konspirativ genutzten Garage ein Auto gefunden, in dem sich mehrere Hundert Ecstasy-Pillen befanden. Außerdem: Substanzen zur Herstellung chemischer Drogen und eine scharfe Pistole.

Drogenküche befand sich im Keller

Doch damit nicht genug: Spezialeinsatzkräfte brachen eine angrenzende Wohnung auf. Dort und im Keller des Gebäudes fanden die Ermittler eine Drogenküche für Amphetamin, stellten 14 Kilogramm Amphetamin sowie mehrere Liter Amphetamin-Öl sicher. Insgesamt wurden 5 Personen vorläufig festgenommen.

In allen Städten stellten die Beamten ein ganzes Waffenarsenal sicher: Insgesamt etwa 15.000 Schuss Munition, 5 kg Schwarzpulver, 35 Kurzwaffen sowie diverse Kurzwaffenteile, 29 Langwaffen, 2 Scharfschützengewehre, 2 vollautomatische Schusswaffen, 3 Handgranaten und diverse weitere Waffen. Außerdem rund 40 Schusswaffen, die drei der Beschuldigten legal besaßen.

Auslöser der Ermittlungen waren drei versuchte Tötungsdelikte in Hagen im vergangenen Jahr. Im Oktober 2018 wurde dort ein 25-jähriger durch einen Schuss lebensgefährlich verletzt. Wenige Tage später gab es Schüsse auf ein Auto mit zwei Insassen, darunter ein Mitglied der Rocker-Bande Freeway Rider. Die Polizei nahm zwei Bandidos fest.

Firmen-Mitarbeiter stahl Waffen für Rocker

Die Waffen der Rocker hat die Polizei zurückverfolgt zu einem Sportwaffen-Hersteller im Sauerland. Er soll über Jahre hinweg halbautomatische Waffen aus der Fabrik gestohlen und verkauft haben. „Wir gehen davon aus, dass er etwa seit 2016 rund 100 halbautomatische Waffen in Umlauf gebracht hat“, sagte Schmelzer. Der 47-jährige Verdächtige habe in vollem Umfang gestanden. Es sei davon auszugehen, dass viele der Waffen in die Rockerszene weitergereicht und auch benutzt worden seien.

Dortmunder baute Deko-Waffen in Unna um

Der Weg der gestohlenen Waffen führte unter anderem zu einem 54-jährigen Briten aus Dortmund, der bereits im April festgenommen wurde – mit Hilfe eines SEK, als der 54-jährige Urlaub in der Eifel machte. Der Mann hatte in Unna eine illegale Waffenwerkstatt betrieben, in der er neben Reparaturen an Schusswaffen auch selbst Dekowaffen zu scharfen Waffen umbaute. Dort wurden zahlreiche Waffen, Waffenteile und Munition unterschiedlichsten Kalibers gefunden.