Grüne bleiben bei Gedenktafel

10.09.2007, 18:56 Uhr / Lesedauer: 1 min

Es bleibt dabei: Der Ostern 2005 am U-Bahn-Haltepunkt Kampstraße getötete Punker "Schmuddel" soll eine Gedenktafel erhalten. Trotz Kritik von CDU, Polizei und Ordnungsverwaltung, an einer solchen Gedenktafel könne eine Pilgerstätte für Extremisten entstehen, wollen die Grünen an dem Beschluss der Bezirksvertretung festhalten.

Die Rücknahme des Beschlusses "wäre eine Genugtuung für den verurteilten Totschläger, der bei den Nazis als Märtyrer (,politischer Gefangener') gehandelt wird. Und eine Verhöhnung des Opfers", erklärt Manfred Krüger-Sandkamp, grüner Sprecher in der Bezirksvertretung Innenstadt-West und stellv. Bezirksvorsteher: "Das ist mit uns nicht machbar."

Allerdings ist über Ausführung und Ort für die Gedenktafel noch nicht entschieden, da die Kampstraße zum Boulevard ausgebaut werden soll (RN berichteten).

Die CDU, so kritisiert Krüger-Sandkamp, habe sich außer gelegentlich warmer Worte "nie aktiv gegen Rechtsradikale engagiert." Seit der grünen Resolution "Ladenschluss für Donnerschlag" - eine Aktion gegen den mittlerweile geschlossenen Nazi-Laden an der Rheinischen Straße - hätten SPD und Grüne alle politischen Aktivitäten allein bestreiten müssen, so Krüger-Sandkamp.

Lesen Sie jetzt