Grüne lehnen ECE-Pläne ab

DORTMUND Zu groß, zu isoliert - die Grünen sehen die für ein Einkaufscenter auf dem Thier-Gelände kritisch und lehnen das Konzept von Investor ECE ab.

von Von Oliver Volmerich

, 11.01.2008, 14:39 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die Größe der geplanten Einzelhandelsfläche auf dem Thier-Gelände sorgt für Diskussionen.

Die Größe der geplanten Einzelhandelsfläche auf dem Thier-Gelände sorgt für Diskussionen.

Vor allem die Größenordnung der geplanten Einzelhandelsflächen sorgen bei den Grünen für Sorgenfalten. Die angestrebten 32.500 Quadratmeter Handelsfläche seien "wesentlich zu groß", meint Grünen-Planungssprecherin Ingrid Reuter. 20.000 Quadatmeter maximal können sich die Grünen vorstellen, dazu Wohnen und Büros.

Zudem gibt es Zweifel an der Annahme des Gutachtens zum Thier-Projekt, das auf 56,2 Prozent Kunden aus dem Umland hofft.  Beim 3do-Projekt über dem Bahnhof war trotz des Unterhaltungsanteils nur von 40 Prozent Besuchern aus der Region die Rede, stellt Grünen-Fraktionssprecher Mario Krüger fest. Sein Schluss: Die Gutachter-Annahmen seien "keine realistischen Zahlen". "Wir gehen davon aus, dass der Großteil der Kunden des ECE-Einkaufszentrums aus Dortmund kommen - mit entsprechenden Auswirkungen auf den Verdrängungseffekt für den bestehenden City-Handel.

Zweifel haben die Grünen auch an den erhofften Kopplungsgeschäften  - also an der Annahme, dass Einkaufscenter-Kunden auch die anderen City-Geschäfte besuchen. Dazu sei die Dortmunder City "zu weitläufig", glauben die Grünen. Insbesondere für den geplanten Boulevard Kampstraße bleibe kaum eine Entwicklungsmöglichkeit, lautet die Befürchtung. Dazu komme die unklare Lage am Hauptbahnhof, für den immer noch Planrecht für 36.000 Quadratmeter Handelsfläche bestehe. Vermisst werden auch klare Aussagen zur Qualität des Handels im ECE-Center. "Es hilft der City nicht, wenn die gleichen Filialisten ins ECE-Center einziehen, die wir eh schon haben", meint Ingrid Reuter.

Nicht zuletzt sieht sie die ECE-Pläne auch aus städtebaulicher Sicht kritisch. Baulich drohe eine Trotzburg, die abends ein ganzes Stadtviertel beherrsche. Zudem müsse die Silberstraße als Ost-West-Verbindung erhalten bleiben.

 

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