Grüße vom Gipfel

Reise in die Kindheit

Urlaub gab es immer schon - heute fliegen viele in die Ferne. Andere gehen mit dem Wohnmobil auf Reisen. Wie war's früher? Unsere Redakteure haben sich erinnert. Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, wurde im Familienurlaub schon in jungen Jahren im österreischischen Windischgarten zum Gipfelstürmer.

DORTMUND

von Von Oliver Volmerich

, 15.08.2011, 16:36 Uhr / Lesedauer: 1 min
Oliver Volmerichs Familie auf dem Gipfel.

Oliver Volmerichs Familie auf dem Gipfel.

Es ging nach Österreich ins Hochgebirge. Und in jedem Urlaub mussten mindestens drei bis vier hohe Berge bezwungen werden. Wir waren natürlich bestens ausgerüstet mit Wanderschuhen, Wandersocken, Wanderhosen, Wanderrucksack und entsprechender Wanderverpflegung. So ging es von Almhütte zu Almhütte, immer höher und höher. Unvergessen ist unsere erste Gipfelbesteigung. In einer vierstündigen Wanderung ging es auf 2800 Meter Höhe. Das Gipfelkreuz immer im Blick. Weder Geröllfelder, noch schmale Kletterpfade konnten uns schrecken.

Stolz posierten wir unter dem Gipfelkreuz. „Schaut mal, da gibt es sogar einen Erste-Hilfe-Kasten“, stellte mein Vater mit Blick auf einen eisernen Verschlag am Kreuz fest. Sprach‘s und machte sich an den Abstieg. Am Abend berichteten wir stolz dem Hotelwirt von unserem Erfolg. „Habt‘s Ihr Euch denn auch ins Gipfelbuch eingetragen?“ fragte der und erntete fragende Blicke. Langsam dämmerte es uns, dass in dem eisernen Kasten am Gipfelkreuz wohl keine Pflaster und Mullbinden lagerten, sondern ein dickes Buch, in das sich alle Gipfelstürmer eintrugen.

Und ausgerechnet unsere Erstbesteigung war nun nicht für die Ewigkeit festgehalten worden! Was uns anfangs wurmte, sorgte später immer wieder für Gelächter, wenn wir ein Gipfelkreuz mit Erste-Hilfe-Kasten erreichten. Auf jeden Fall haben wir nie mehr vergessen, uns ins Gipfelbuch einzutragen.

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