Grundstücksbesitzer wollen selbst Maskenpflicht vor Geschäften einführen

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In der Thier-Galerie herrscht schon lange Maskenpflicht, in vielen Stadtteil-Zentren seit einiger Zeit auch. Doch es gibt weiter beliebte Ladenzeilen mit viel Publikum, wo das nicht der Fall ist.

Dortmund

, 21.11.2020, 11:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit der ersten Corona-Schutzverordnung im Frühjahr herrscht in der Thier-Galerie Maskenpflicht. Auch auf dem Westenhellweg gilt die Pflicht inzwischen, zum Beispiel aber nicht auf der Potgasse, die von der Einkaufmeile zu einem Eingang der Mall führt.

In der aktuellen Version der NRW-weit gültigen Verordnung heißt es: „Die Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske besteht (...) in geschlossenen Räumlichkeiten im öffentlichen Raum, soweit diese (...) auch Kundinnen und Kunden beziehungsweise Besucherinnen und Besuchern zugänglich sind, sowie auf Märkten und ähnlichen Verkaufsstellen im Außenbereich.“

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Darüber hinaus kann die Stadt Dortmund „an weiteren Orten unter freiem Himmel“ eine entsprechende Anordnung treffen, „wenn gemessen an der verfügbaren Fläche mit dem Zusammentreffen einer so großen Anzahl von Menschen zu rechnen ist, dass Mindestabstände nicht sichergestellt werden können.“

Dies hat die Stadtverwaltung im Oktober getan, nachdem die Infektionszahlen drastisch angestiegen sind. In bestimmten Bereichen der City und acht anderen Stadtteilen muss seitdem mindestens während der Geschäftszeiten auch draußen ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden. Unter anderem auf dem Evinger Platz, der allerdings meist menschenleer ist, und auf der recht weitläufigen Hombrucher Harkortstraße muss man nun Mundschutz tragen.

Ausweitung der Pflicht laut Stadt nicht erforderlich

Das gilt aber zum Beispiel nicht für das Einkaufszentrum EKS in Scharnhorst - in dem Stadtbezirk waren die Infektionszahlen zuletzt auffallend gestiegen. Wie in einer Fußgängerzone reihen sich im EKS zahlreiche Läden aneinander. Eine Maskenpflicht hat die Stadt Dortmund dort aber nicht angeordnet - weil es sich um Privatgelände handelt, wie es im Oktober hieß.

An der Kaiserstraße gibt es bislang keine Maskenpflicht.

An der Kaiserstraße gibt es bislang keine Maskenpflicht. Obwohl sich viele Geschäfte nebeneinander befinden und Fußgänger weniger Platz haben als etwa in den Fußgängerzonen der Vororte. © Christian Gerstenberger

Weitergehende Maßnahmen seitens der Stadt Dortmund seien laut Sprecher Maximilian Löchter „entbehrlich“, weil in den einzelnen Geschäften die Maskenpflicht gilt. Genau so bewertet die Stadtverwaltung zum Beispiel auch den Indupark und die Kaiserstraße, wo sich viele Menschen auf recht schmalen Bürgersteigen begegnen: „Anhaltspunkte dafür, dass eine Ausweitung erforderlich ist, liegen derzeit nicht vor“, so Löchter.

Bei dem Bochumer Immobilien-Unternehmen, dem das Scharnhorster EKS-Zentrum gehört, zeigt man sich erstaunt: „Das war uns so nicht bekannt“, sagt Franziska Netthöfel.

Der Bochumer Ruhrpark hat selbst die Pflicht eingeführt

Die örtlichen Gegebenheiten des EKS sind in Teilen des Bochumer Ruhrparks ähnlich. Dort gibt es seit dem 23. Oktober flächendeckend die Maskenpflicht - obwohl das in den Außenbereichen unter freiem Himmel nicht zwingend nötig wäre, wie Center-Manager Andreas Ulmer sagt.

„Aufgrund der steigenden Infektionszahlen und des Inzidenzwertes in Bochum hat sich das Center-Management nach Rück- und Absprache mit den örtlichen Behörden dazu entschieden, die Maskenpflicht proaktiv wieder einzuführen“, so Ulmer.

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Nach der Anfrage unserer Redaktion hat auch die EKS-Besitzerfirma Häusser-Bau bei der Stadt Dortmund angefragt, ob man als Grundstücksbesitzer einfach selbst die Maskenpflicht anordnen kann und wartet jetzt auf Antwort.

Wenn das der Fall ist, will Franziska Netthöfel entsprechende Schilder aufstellen lassen: „Wir wollen so gut es geht mithelfen, diese Pandemie einzudämmen.“

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