„Günna“ rockt in seinem Theater Olpketal nach 30 Jahren besser denn je ab

mlzJubiläum und Premiere

Bruno Knust feiert mit seiner bekannten Kunstfigur eine umjubelte Premiere und ein rundes Jubiläum. Lob für „Tabula Rasa“ und seine Spielstätte mit viel Flair gibt’s aus berufenen Mündern.

Dortmund

, 09.09.2019, 09:52 Uhr / Lesedauer: 2 min

Unter dem Motto „Plötzlich Dreissich“ startete letzten Sonntag im Theater Olpketal die Jubiläums-Spielzeit. Hausherr Bruno Knust alias „Günna“ feiert vor vollem Haus zugleich den 30. Theater-Geburtstag und mit „Tabula Rasa“ die umjubelte Premiere des neuen Programms.

Feuerfontänen ausstoßende Gas-Flammenwerfer, bunte Luftballons und die legendäre 2011er-Ente, jener von der BVB-Meisterelf verzierte schwarz-gelbe Citroen 2CV, weisen draußen auf Außergewöhnliches hin. Drinnen dominiert die Zahl 30, werden Canapés und später auch warme Häppchen gereicht. Es ist angerichtet. Für eine beeindruckende Doppel-Feier.

Tanz seines Lebens

Bei der Premiere rockt der agile Hausherr vier Tage nach seinem 65. Geburtstag wortwörtlich ab. Neben Dönekes in Ruhrpott-Slang und bekannt flotten Sprüchen tanzt Bruno Knust sein Leben. Vom Twist über Rock´n´Roll bis zum Moonwalk von Michael Jackson waren es bewegende Zeiten.

Dafür wird er mit zustimmenden Pfiffen, lautem Gejohle und lang anhaltendem Beifall ausgiebig gefeiert, wie für seinen Tabula-Rasa-Rückblick auf 30 Jahre eigenes Theater, die Stadt Dortmund, den Ruhrpott und eine globale Welt, in der man „nur verarscht“ werde, wie Günna es klar benennt.

Finaler Eventmanager

Den Tatort aus Dortmund in Köln drehen, gehe gar nicht. Die Spielweise des BVB sei nüchtern nicht zu ertragen, wie auch das heutige Schönreden. Den Bestatter habe man früher Bestatter oder „Kisten-Willi“ genannt. Heute sei das der „Finale Eventmanager“.

„Günna“ rockt in seinem Theater Olpketal nach 30 Jahren besser denn je ab

Ausverkauftes Haus bei der Premiere von Bruno Knusts neuem Programm im Olpketal-Theater © Stephan Schütze

Kohlenpott-Klischees bedienend – Fenster auf, Hand raus, Brikett aus der Luft gegriffen und in den Ofen geworfen – erläutert der selbst ernannte „King of Pott“ Ruhri-Begriffe und bietet sein märchenhaftes Rotkäppchen-Ruhrgebiet per Handpuppen dar.

Evolution des Ruhrpottlers

Und auch die mit Cartoons illustrierte „Evolution des Ruhrpottlers“ sorgt für ebenso laute Lacher wie seine Sicht des Zusammenlebens von "Ömmes" und "Kalinen", also Männern und Frauen. Letzteren singt er eine Hommage: „Die Krone der Natur, sind die Mädchen von der Ruhr.“

Die Fans, allen voran Kabarettist Dr. Ludger Stratmann und sein Bruder Christian, Theaterchef des Mondpalastes Wanne-Eickel, Schlagersänger Olaf Henning und Knusts Bühnenpartnerin Lioba Albus, feiern die sehr gelungene Premiere mit langen stehenden Ovationen und anschließend auch das 30-Jährige ausgiebig.

"Günna erfindet sich immer neu"

„Günna erfindet sich immer wieder neu“, lobt Ex-BVB-Profi Michael Rummenigge. „Wer das Ruhrgebiet richtig kennenlernen will, der muss hierher kommen.“ Komiker Tom Gerhardt ist fasziniert: „Das war hohe Kunst, ich habe viel gelacht und bin sehr beeindruckt, dass dieses kleine Theater so viel Flair und so lange durchgehalten hat."

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