Lösung für alle? Dortmunder Schule testet im Kampf gegen Corona günstige CO2-Melder

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Wie lüfte ich in Corona-Zeiten ein Klassenzimmer? Diese Frage beschäftigt deutschlandweit die Schulen. Ein Gymnasium im Dortmunder Süden hat eine kostengünstige Lösung gefunden.

Aplerbeck

, 13.11.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Sache mit der Lüftung der Klassenzimmer ist schwierig. Um der Verbreitung der Coronaviren vorzubeugen, wird ein Stoßlüften empfohlen, besser noch ein Querlüften der Räume.

Nur wie lange muss man die Fenster öffnen und ergibt es Sinn – vor allem im Winter – den Raum komplett auskühlen zu lassen? Die Schüler, die am Fenster sitzen, eventuell gegen die Kälte in Decken zu hüllen, kann ja kein ernsthafter Vorschlag sein.

Über 50 Klassenräume am Gymnasium

Deshalb ist man am Gymnasium an der Schweizer Allee (Gadsa) in Aplerbeck der „Lüftungssache“ einmal auf den Grund gegangen und hat einen Lösungsansatz gefunden. Derzeit läuft in einem der über 50 Klassenräume ein Pilotprojekt – und es scheint zu funktionieren.

Die CO2-Ampel ist ein Sperrholzkasten mit modernster Technik.

Die CO2-Ampel ist ein Sperrholzkasten mit modernster Technik. © Jörg Bauerfeld

Es handelt sich um die sogenannten CO2-Melder. Kleine Messgeräte, die die Luftgüte messen und Alarm schlagen, falls die Konzentration des Kohlenstoffdioxidgehaltes zu hoch wird.

Dann heißt es Fenster auf – und man schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe, denn durch den Luftaustausch kommt neuer Sauerstoff ins Klassenzimmer und im Falle von Corona kann ein Übertragungsrisiko durch an Aerosolen anhaftenden Krankheitserregern deutlich reduziert werden.

Die Schüler können tatkräftig mithelfen

Kein neues Thema, das aber vom Gadsa ganz neu umgesetzt wird – wenn die Wünsche der Schule Gehör finden. Denn durch einen Vater eines Schülers hat sich die Möglichkeit aufgetan, alle Klassenzimmer der Schule mit diesen CO2-Messgeräten auszustatten.

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Zudem könnten die Geräte in der Schule von technikaffinen Schülern selbst zusammengebaut werden. So wird Geld gespart und die Schüler haben die Möglichkeit, ihrer Schule bei der Corona-Prophylaxe zu helfen.

Aber wie könnte eine „Komplettausstattung“ ablaufen? Der Clou ist ein Projekt eines Vereins aus Unna. Der nenn sich UN-Hack-Bar. „Das sind alles Techniktüftler, die versuchen für Haushaltsprobleme technische Lösungen zu finden“, sagt Justus Pinker, Lehrer und Hygienebeauftragter an dem Aplerbecker Gymnasium.

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Und diese Techniktüftler haben einen Bausatz für einen CO2-Warner entwickelt, der lediglich 30 Euro kosten würde. Im Gegensatz zu den 150 bis 200 Euro, die für Geräte gleichen Standards aufgerufen werden.

Für die gesamte Schule wären 1500 Euro fällig

Für das Gadsa würde das immer noch Kosten von circa 1500 Euro bedeuten. „Das ist ein kleiner Kasten aus Sperrholz, der alles kann“, sagt Pinker. Ist die CO2 Konzentration zu hoch, schlägt die „Kiste“ optisch Alarm. Ist die Luft ok, spring das Lämpchen wieder auf Grün.

Und nach einer Woche Test mit dem kleinen Kasten ist eines schon klar. Man muss öfter und kürzer lüften als an Schulen sonst vorgegeben.

Jetzt soll über Sponsoren und Spender das Geld für die Geräte aufgetrieben werden, die Schüler sollen diese dann zusammenbauen und am Gadsa gäbe es eine einheitliche Regelung zum Lüften. Und was noch wichtiger ist: Die Räume kühlen im Winter nicht aus.

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