Stadtbahn statt H-Bahn: Erweiterte Linie zum Hauptbahnhof in Planung

mlzH-Bahn in Dortmund

Die H-Bahn-Trasse in Dortmund soll erheblich verlängert werden. Wenn es nach Lokalpolitikern ginge, soll sie noch weiter fahren als bisher geplant. Doch die Stadt hat ganz andere Pläne.

Huckarde

, 09.06.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das HSP-Gelände als zukünftiger Sitz der Fachhochschule und die Speicherstraße am Hafen als künftiger Standort eines Digitalcampus sollen an das H-Bahn-Netz angeschlossen werden. In einer Machbarkeitsstudie wird geprüft, ob eine solche Verbindung möglich wäre und wie sie realisiert werden könnte.

Die Huckarder Bezirksvertreter nutzten die Gunst der Stunde, um ihren Traum von einer H-Bahn-Haltestelle an der Kokerei Hansa in den Ring zu werfen. Diese sollte den Bereich einerseits zur Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027 besser anbinden, aber andererseits auch eine generelle Verbesserung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) mit sich bringen.

„Eine Verbindung bis nach Kirchlinde wäre natürlich ideal“, sagte der SPD-Fraktionsvorsitzende Stefan Keller in der März-Sitzung der Huckarder Bezirksvertreter. Die DSW21 wimmelte den Vorschlag zunächst ab. H-Bahn-Geschäftsführer Elmar Middeldorf schürte jedoch Ende März Hoffnungen, die der Stadtrat Ludger Wilde nun zerstörte.

H-Bahn würde parallel zur Stadtbahn verlaufen

„Die Kokerei Hansa ist mit der Stadtbahnlinie U47 und mit der Buslinie 410 erschlossen“, sagt Ludger Wilde. Diese Verbindung sei grundsätzlich ausreichend. Jedoch sei absehbar, dass für den geplanten Energiecampus nördlich der Kokerei eine attraktive ÖPNV-Verbindung geschaffen werden müsse.

Andernfalls werde die Zahl der Verkehrsteilnehmer, die im eigenen Auto anreisen, stark ansteigen. „Von den insgesamt drei Schienenstrecken (RE3/RB32, U47 und S2), die Huckarde in Nord-Süd-Richtung durchqueren, ist nach einer ersten Überprüfung die U47 am besten geeignet, um die Kokerei Hansa und den Energiecampus zu erschließen“, erklärt Ludger Wilde.

Jetzt lesen

Die H-Bahn sei ungeeignet, da sie über weite Strecken parallel zu vorhandenen Bahnen führe. Stattdessen werde derzeit untersucht, inwieweit der Bahnübergang der U47 mit der DB-Güterzugstrecke bei Dortmund-Nette aufgehoben und durch eine Führung der Stadtbahn-Strecke neben der Emscherallee unter der vorhandenen Eisenbahnbrücke ersetzt werden könne.

„Für die Erschließung des Energiecampus wird dann südlich der DB-Strecke eine Stadtbahnhaltestelle möglich, die den Energiecampus erschließt“, sagt Ludger Wilde. Anders als eine H-Bahn könne die U47 den Energiecampus so innerhalb von 16 Minuten direkt mit der Innenstadt und dem Hauptbahnhof verbinden.

Buslinie soll regionale Verbindung schaffen

Eine Buslinie, die beispielsweise den Energiecampus mit der S-Bahnstation Huckarde verbinden könnte, soll zudem eine regionale Verbindung schaffen. Für genauere Planungen des Verkehrs fehle jedoch noch der konkrete Bebauungsplan des Areals am Rand der Kokerei Hansa, so Wilde.

Lesen Sie jetzt
Lesen Sie jetzt
Münsterland Zeitung „Glück Auf“-Rechtsstreit geht weiter
„Das ist eine Sauerei“ – Fronten um Vereins-Gaststätte sind verhärtet