Häusliche Gewalt - Ein Schwerpunkteinsatz

Dortmunder Staatsanwaltschaft

DORTMUND Die beiläufige Ohrfeige, immer wieder Schläge und Tritte, Vergewaltigung und fast der Totschlag – Täter: Der Ehemann. Opfer: Die Ehefrau. Die Staatsanwaltschaft spricht von häuslicher Gewalt und hat ein weites Problemfeld mit vielen Unbekannten erkannt.

von Von Arne Niehörster

, 28.11.2009, 05:10 Uhr / Lesedauer: 1 min
Häusliche Gewalt - Ein Schwerpunkteinsatz.

Häusliche Gewalt - Ein Schwerpunkteinsatz.

Dass sie bei ihren belastenden Aussagen bleiben und keine Angst haben müssen.“ Denn der Druck, das Übel zu ignorieren, entsteht in der Familie: „Wie kannst du nur zur Polizei gehen? Was soll denn aus den Kindern werden?“ Oft entwickelt die Frau auch ein Gefühl, dass sie der Ehemann zu Recht bestraft, so die Oberamtsanwälte. Wenn der Mann zuschlägt kann die Polizei ihn zehn Tage vor die Tür setzen. Stein: „Nicht selten lässt ihn seine Ehefrau dann wieder zurück. Oder zieht eben alle Aussagen zurück. Das gilt es, zu verhindern.“ Damit Verdachtsfall Verfahren und Anklage wird.

Nach dem Probelauf möchte die Staatsanwaltschaft an dem Sonderdezernat Häusliche Gewalt festhalten. Möglich macht‘s die maßvoll gesunkene Belastung der Staatsanwaltschaft: 2008 waren noch knapp 95 000 Ermittlungsverfahren zu bewältigen, 2009 sagt die Behörde 10 000 weniger voraus. Außerdem hat man mit 1,2 Monaten durchschnittlicher Bearbeitungsdauer der Verfahren wieder eine gute zeitliche Bilanz.

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