Hafen-Kunst mit Stößchen

23.09.2007, 18:55 Uhr / Lesedauer: 1 min

<p>Die zweite "Hafenliebe" lockte über 100 Besucher. Foto Privat</p>

<p>Die zweite "Hafenliebe" lockte über 100 Besucher. Foto Privat</p>

Das Hafenviertel ist Künstler-Viertel! Um das bekannt zu machen, haben Nordstadt-Künstler die Reihe "Hafenliebe" erfunden. Bei der zweiten Auflage am Freitag kamen mehr als hundert Besucher ins Brauereimuseum, um einen Eindruck vom kreativen Spektrum in der Nordstadt gewinnen.

"Als ich an den Hafen gezogen bin, habe ich festgestellt, dass sich viele Künstler untereinander gar nicht kennen", erklärt Nina Mühlmann, selbst Sängerin und Entertainerin. "Hafenliebe" soll dies ändern und die Kreativen zusammenbringen. Nach dem Start der Reihe im Februar im Alten Hafenamt öffnete nun das Brauereimuseum seine Räume, spendierte "Stößchen" und ermöglichte ein Treffen nicht nur zwischen Künstlern und Publikum, sondern auch zwischen Sudkesseln, nostalgischen Werbeschildern und alten Fässern.

Da ist etwa Beate Wieser, Schauspielerin und Regisseurin, deren Inszenierung "Es war die Lerche" zurzeit am Theater Fletch Bizzel zu sehen ist. Für "Hafenliebe" schlüpfte die gebürtige Münchenerin in die Rolle der Exil-Bayerin "Elfriede Biedenfrüh", deren Mission die westfälisch-bayerische Beziehungspflege ist. Das Bier als verbindendes Element soll Gemeinsamkeit schaffen. Allerdings kann Frau Biedenfrüh selbst nicht immer an sich halten: Was ist schon ein mickriges Stößchen der "Saupreußen" gegen eine stattliche Maß?

Da ist etwa Filmemacher Tino Perlick, der seinen Kurzfilm "Orientalische Scharade" präsentierte. Da ist die Band "Rein", ein sechsköpfiger Haufen musikalischer Fußballfans, die mit ihrem Song "Elf Freunde" Südtribünen-Stimmung ins Kesselhaus brachte. Trotz ungewöhnlicher Besetzung mit Cello und Geige, E-Bass, Akustikgitarre und Percussion erinnern "Rein" dabei ein wenig an die "Sportfreunde Stiller" ausMünchen.

"Ich habe einen Betrieb im Hafen und wollte mal schauen, was sich hier abends so tut", sagte ein Besucher bei der abschließenden Lesung mit Torsten Sträter in der ehemaligen Brauerei-Kantine, "es ist schön, mal so eine bunte Mischung zu sehen".

Hafen-Künstler gibt es noch genug: Die Reihe wird fortgesetzt. pin

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