Handel und Handwerk: Corona-Lockerungen „für uns überlebenswichtig“

Corona-Krise

Die Dortmunder Wirtschaft reagierte am Donnerstag mit Erleichterung auf die beschlossenen Corona-Lockerungen. Besonders die Handwerkskammer fand deutliche Worte.

Dortmund

, 07.05.2020, 16:31 Uhr / Lesedauer: 2 min
Gerüstbauer im Kreuzviertel: Für viele Handwerksbetriebe sind die Corona-Lockerungen gut fürs Geschäft.

Gerüstbauer im Kreuzviertel: Für viele Handwerksbetriebe sind die Corona-Lockerungen gut fürs Geschäft. © Thomas Thiel

„Die Vorstellung der weiteren Öffnungspläne ist für viele Betriebe im Handel, in der Gastronomie-, Tourismus- und Freizeitbranche ein langersehntes, positives Signal“, sagt IHK-Präsident Heinz-Herbert Dustmann.

Und als Geschäftsführer der Dula-Werke Dustmann & Co. GmbH fügt er hinzu: „Auch für mich als Unternehmer verbindet sich damit die Hoffnung, dass wir unsere Wirtschaft jetzt nach und nach wieder stabilisieren und für die kommenden Monate der Pandemie bestmöglich rüsten können.“

Milliardenverlust für den Handel

Wie schwer die gegenwärtige Krise viele Betriebe getroffen hat, macht die Prognose des Handelsverbandes Deutschland deutlich, der bereits Ende April von bis zu 50.000 Insolvenzen in der Branche ausging. Denn im stationären Non-Food-Einzelhandel seien während des Shutdowns bis dahin rund 30 Milliarden Euro Umsatz verloren gegangen, der auch zum größten Teil nicht wiederzubekommen sei.

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„Die vergangenen Wochen zeigen, dass unsere Unternehmen sich ihrer Verantwortung für den Gesundheitsschutz absolut bewusst sind und entsprechende Schutz- und Hygienemaßnahmen für eine verantwortungsvolle Öffnung umsetzen“, so Dustmann weiter.

Trotzdem liege eine Rückkehr in den normalen Betrieb in weiter Ferne, ausgefallener Umsatz könne in vielen Branchen – vor allem bei saisonalen Waren – nicht oder nur sehr beschränkt nachgeholt werden.

„Für viele Unternehmen im Event- und Cateringbereich, im Messe- und Veranstaltungsgeschäft sowie in der Freizeit- und Touristikwirtschaft und bei personenbezogenen Dienstleistern fehlen weiterhin Perspektiven. Ohne weitere finanzielle Unterstützungsmaßnahmen wird es in diesen Branchen daher bald nicht mehr gehen“, gibt Dustmann trotz der weiteren Lockerungen zu bedenken.

Handwerk froh über Planungssicherheit und Perspektive

Aufatmen auch im Handwerk. „Für viele Handwerksbetriebe sind die vereinbarten Lockerungen überlebenswichtig“, sagt Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer (HWK) Dortmund. Viele Einnahmeausfälle würden voraussichtlich nicht nachgeholt werden können.

„Daher ist es wichtig, dass das wirtschaftliche Leben nun schrittweise und bedacht zur Normalität zurückgeführt wird. Die aktuellen Beschlüsse geben den Betrieben ein Stück weit Planungssicherheit und Perspektive zurück“, so Schröder.

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Der Chef der Handwerkskammer verweist darauf, dass dem Gesundheitsschutz nach wie vor eine hohe Priorität eingeräumt werden müsse: „Abgestimmte Schutz- und Hygienemaßnahmen, wie sie seit Anfang dieser Woche bereits in Friseurbetrieben gelten, werden in den kommenden Wochen und Monaten ein unverzichtbarer Teil unseres Alltags bleiben.“

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