Die Handwerkskammer Dortmund richtet ein Online-Formular zur Bekämpfung von Schwarzarbeit ein. © Stephan Schütze
Illegale Handwerksausübung

Handwerkskammer befürchtet mehr Schwarzarbeit wegen Corona

Schwarzarbeit nehme in Corona-Zeiten zu, warnt die Handwerkskammer Dortmund. Daher sollen die Möglichkeiten der Bekämpfung erweitert werden. Verbraucher spielen dabei eine zentrale Rolle.

Die Coronavirus-Pandemie führe zu mehr Schwarzarbeit, warnt die Handwerkskammer Dortmund. Die Konsequenzen daraus beträfen alle, ob direkt oder indirekt. Daher soll Schwarzarbeit in Zukunft noch gezielter bekämpft werden.

Dabei soll nun ein Online-Formular helfen, worüber Verbraucher einfacher und direkter Hinweise über Betriebe, die möglicherweise illegal ihrem Handwerk nachgehen, an die Handwerkskammer weiterleiten können.

Hinweise ohne eindeutige Hintergründe

Dass die Handwerkskammer Hinweise entgegennimmt, ist dabei nicht neu.

Dies gestaltete sich zuvor jedoch komplizierter und meist unstrukturierter, erklärt Lothar Kauch als Abteilungsleiter der Bereiche Handwerksrolle, Gewerberecht und Beiträge bei der Handwerkskammer Dortmund.

Vorher hat die Handwerkskammer Hinweise durch formlose Schreiben entgegengenommen. So sei es häufig vorgekommen, dass wichtige Informationen gefehlt haben oder sich der Vorwurf der Schwarzarbeit eher allgemein gegen eine bestimmte handwerkliche Branche richtete. Zum Beispiel sei vermehrt der Vorwurf der Schwarzarbeit in Zusammenhang mit Barber-Shops aufgetaucht, ohne eindeutige Hintergründe, so Kauch.

Jährlich mehrere Milliarden Euro Verlust für den Staat

„Aber ohne konkret Ross und Reiter, konkrete Betriebe oder Personen zu benennen, wird es für die Behörden schwierig, weiter dagegen vorzugehen“, so Kauch. Durch das Online-Formular soll diese Informationsübertragung zwischen Verbrauchern und Handwerkskammer nun einheitlicher werden. Denn durch Schwarzarbeit gehen dem Staat jedes Jahr mehrere Milliarden Euro verloren.

In den vergangenen Jahren ist der Anteil an Schwarzarbeit laut Kauch stark zurückgegangen. Er setzt dies in Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Lage einer Region: Je besser diese ist, desto weniger trete die Problematik Schwarzarbeit auf. „Wenn die Auftragslage in einem Betrieb gut ist, die Mitarbeiter ausgelastet sind, dann besteht meist gar nicht erst der Bedarf, noch irgendwo schwarz zu arbeiten und dadurch rechtliche Grenzen zu überschreiten.“

Corona beeinflusst Anteil an Schwarzarbeit

Bei nachlassender Auftragsläge ändere sich diese Situation demnach. Und da die Corona-Pandemie die Auftragslage einiger Betriebe immens beeinflusse, sei vermehrt mit Schwarzarbeit zu rechnen. „Derzeit ist noch kein akuter Anstieg bemerkbar, aber Fachleute sagen diese Entwicklung, vor allem für das nächste Jahr, schon eindeutig vorher“, sagt Kauch.

Die Handwerkskammer gehe jedem Hinweis nach, denn „oft ist schon etwas dran an den Vorwürfen“, so Kauch. Ganz grob schätzt er, dass hinter etwa jedem zweiten Hinweis tatsächlich Verletzungen des geltenden Rechts und damit Schwarzarbeit steckt.

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1998 im Rheinland geboren und seit ein paar Jahren zum Studieren im Ruhrgebiet Zuhause. Verschiedene Menschen und ihre Geschichten - das möchte ich erleben und darüber berichten.
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Tabea Prünte

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