Harte Lektion: Schulschwänzer gehen in den Knast

DORTMUND Für ihre "freien" Vormittage bezahlen immer mehr schulpflichtige Jugendliche einen hohen Preis: Im schlimmsten Fall droht sogar für ein Wochenende das Gefängnis. Knast statt Spaß und Party - für 25 Dortmunder Schüler war das 2008 bittere Realität.

von Von Susanne Riese

, 19.03.2009, 07:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Dabei ist der Ausflug in den Jugendarrest die letzte einer ganzen Reihe von Maßnahmen, mit denen Schulleitungen und -aufsicht gegen notorische Schulschwänzer vorgehen. Wenn Gespräche und Verwarnungen nicht fruchten, müssen sich Jugendliche ab 14 Jahren mit einem Ordnungswidrigkeits-Verfahren herumschlagen und ein Bußgeld - in der Regel 50 Euro - bezahlen. Statt Bußgeld gemeinnützige Arbeit

Erst wenn nicht gezahlt wird, meldet das Jugendgericht in Arnsberg die schulmüden Kandidaten dem Dortmunder Jugendamt. Das musste im Jahr 2008 in 102 Fällen Schüler auffordern, das Bußgeld in Form gemeinnütziger Arbeit abzuleisten, wie Bodo Weirauch vom Jugendamt mitteilt. Im Jahr davor waren es nur 82. 15 Stunden Dienst sind als Strafe vorgesehen.

Von diesen 102 Verweigerern blieb ein harter Kern von 25 Jugendlichen, die das Wochenende im Jugendarrest dem sozialen Arbeitseinsatz vorzogen. "Das Verhältnis zum Vorjahr blieb in etwa gleich", sagt Weirauch. 2007 verbrachten etwa 22 Schüler ein Wochenende hinter Gittern. Die Fälle häufen sich, teilt die Dortmunder Jugendgerichtshilfe mit.Hauptschüler sind Spitzenreiter beim Schulschwänzen

Deutschlandweit schwänzen täglich 100.000 der zwölf Millionen Schüler den Unterricht, schätzt Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. Nach Auskunft des Schulministeriums schwänzen 14,5 Prozent der Hauptschüler und sind damit Spitzenreiter, gefolgt von den Sonderschülern mit 12,8 Prozent. Außerdem nimmt die Schulunlust mit dem Alter zu: Nur 2,3 Prozent der 13-Jährigen fehlen permanent unentschuldigt, bei den 17-Jährigen sind es 14,8 Prozent.

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