Hausbesitzer tötet Einbrecher mit Schuss in den Kopf

Täter wohl aus Dortmund

Im Märkischen Kreis ist ein 18-jähriger mutmaßlicher Einbrecher in der Nacht auf Dienstag von einem Jäger angeschossen worden. Der Hausbesitzer habe sich bedroht gefühlt und mit seinem Revolver auf den Kopf des Eindringlings geschossen. Der Einbrecher, der in Dortmund gemeldet war, erlag im Krankenhaus den schweren Verletzungen.

Neuenrade/Dortmund

, 26.04.2016, 15:58 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Zahl der Einbrüche in Castrop-Rauxel ist weiterhin dramatisch hoch.

Die Zahl der Einbrüche in Castrop-Rauxel ist weiterhin dramatisch hoch.

Ein Jäger hat in Neuenrade (Märkischer Kreis) einen 18 Jahre alten Einbrecher erschossen. Der 63 Jahre alte Jäger habe den jungen Mann in der Nacht zum Dienstag in einem Raum neben seinem Schlafzimmer überrascht, nachdem dieser über eine Leiter ins Obergeschoss des Hauses eingebrochen war, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Leiter hatte der Hausbesitzer wohl selbst aufgestellt, um Renovierungsarbeiten an seinem Haus ausführen zu können, sagte die Hagener Staatsanwältin Beatriz Föhring am Dienstag.

Ein Messer in der Hand

Der Hausbesitzer hätte sich bedroht gefühlt und mit einem Revolver geschossen, weil der Einbrecher ein Messer in der Hand gehalten hätte, zitierte eine Ermittlerin den Hausbesitzer.

Die Kugel traf den Kopf des Einbrechers, der lebensgefährlich verletzt in ein Krankenhaus kam. Kurze Zeit später starb er. Der junge Mann war einer Unterbringungseinrichtung in Herford zugewiesen. Der Albaner war im September 2015 nach Deutschland gekommen und in Herford registriert worden. Dort war er ebenso gemeldet wie in Dortmund. "Wir gehen davon aus, dass der 18-Jährige 2015 zunächst in Herford gelebt hat und dann 2016 nach Dortmund gegangen ist", so Staatsanwältin Föhring. 

Ermittlungen eingeleitet 

Die Polizei ermittelt nun gegen den Hausbesitzer wegen eines versuchten Tötungsdeliktes. Bisher gebe es aber keinerlei Anlass an der Notwehr-Behauptung des 63-Jährigen zu zweifeln, hieß es. Der Mann sprach laut Föhring von "Todesangst". Auch die Spurenlage stimme mit seinen Aussagen überein. Als Jäger dürfe er auch eine Schusswaffe besitzen. 

Die Ermittler gehen zwar davon aus, dass der 18-Jährige kein Alleintäter war, von einer Einbrecher-Bande zu sprechen, sei aber Spekulation, so Föhring. 

Ähnliche Fälle

Dass ein Einbrecher von einem Hausbesitzer angeschossen wird, ist ungewöhnlich, aber schon mal passiert. Im vergangenen Jahr ereigneten sich ähnliche Fälle. In Hannover feuerte ein 40 Jahre alter Werkstattbesitzer auf einen mutmaßlichen Einbrecher, der versucht haben soll, sich mit zwei Komplizen Zutritt zu verschaffen. Einer der drei Männer soll nach Angaben der Polizei bewaffnet gewesen sein. Der 18-Jährige erlag wenig später im Krankenhaus seinen Verletzungen.

In Hamburg drang ein Einbrecherduo in die Wohnung eines 63-Jährigen ein. Dieser griff zur Waffe und tötete einen der beiden Einbrecher, der andere flüchtete. Für einen Haftbefehl gegen den Schützen sah die Staatsanwaltschaft damals keinen Grund. 

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von dpa

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