Stillprobleme? Schreikind? Teenie-Mama? Diese beiden Hebammen brauchen Hilfe beim Helfen

mlzProjekt Frühe Hilfen

Für Schwangere und junge Familien in den Stadtteilen Nette, Marten, im Bereich Dorstfelder Brücke und Nordstadt sind seit kurzem zwei Hebammen im Einsatz. Sie haben eine besondere Mission.

Dorstfeld, Marten

, 08.07.2019, 11:26 Uhr / Lesedauer: 2 min

Katharina Dubies (32) und Nicole Freitag (37) sind freiberufliche Hebammen. Seit Anfang des Jahres haben sie noch eine zweite Aufgabe: Sie leiten das neue Projekt „Eltern werden und die Welt steht Kopf“ der Stadt Dortmund. Davon profitieren sollen vor allem Schwangere, junge Mütter und Väter aus benachteiligten Stadtteilen wie Nette, Marten, dem Bereich Dorstfelder Brücke und der Nordstadt.

Ihr Büro haben Katharina Dubies und Nicole Freitag im Mütterzentrum in Dorstfeld. Oft sind sie aber unterwegs: Entweder unterstützen sie Schwangere und junge Familien zu Hause, das ist die aufsuchende Beratungsarbeit, oder sie bieten Kurse und Treffs vor Ort an. Beides ist kostenlos.

Auch zwei Sozialpädagoginnen gehören zum Team

Und warum überhaupt ein solches Projekt? Elterncafés, Familienzentren oder Babymassage-Kurse gibt es doch reichlich in unserer Stadt. Und Anspruch auf die Begleitung einer Hebamme hat ohnehin jede Schwangere, auch nach der Geburt.

Stillprobleme? Schreikind? Teenie-Mama? Diese beiden Hebammen brauchen Hilfe beim Helfen

Katharina Dubies (l.) und Nicole Freitag haben mit Monika Rößler (M., Martener Forum) sowie Barbara Schulte und Ursula Stokowy (r., beide katholisches Familienzentrum Marten) neue Unterstützerinnen in Marten gefunden. © Beate Dönnewald

„Wir wollen genau die Familien erreichen, die diese Angebote nicht wahrnehmen. Also Familien, die durch das bestehende Gesundheitssystem noch nicht ausreichend versorgt sind“, sagt Katharina Dubies. Und davon gebe es viele. Die Stadt habe den Bedarf erkannt und deshalb mit diesem Projekt ihr bestehendes Angebot der frühen Hilfen erweitert. Zum Team gehören außerdem die Sozialpädagoginnen Christine Rose und Karina Kunde.

Oftmals sind es bildungsferne Familien und extrem junge Mütter

Oftmals seien es bildungsferne Familien, extrem junge Mütter oder Frauen mit sprachlichen oder kulturellen Barrieren, die das große Beratungs- und Hilfsangebot rund um die Geburt nicht nutzen, so die beiden Hebammen. „Doch auch sie können ja Probleme haben. Das Stillen klappt nicht, das Kind ist ein Schreikind, ihr Partner hat sie verlassen und sie stehen ohne Geld da.“

Hier wollen die Hebammen helfen und aufklären. Auch allgemeine Fragen zur Geburt und zum Alltag mit Säuglingen und Kleinkindern, zu Hebammenleistungen, Elternzeit und Ernährungsumstellung von Milch auf Festnahrung beantworten sie. Das Angebot sei aber keine originäre Hebammenarbeit wie etwa die Wochenbettbetreuung, betonen sie.

Kontakt und Austausch für isolierte Mütter

Zudem wolle man die jungen Mütter aus der Isolation holen, ihnen Kontakte und Austausch vermitteln. Im besten Fall nehmen sie dadurch an Säuglings-Kursen oder Krabbelgruppen teil. „Das können wir mit unserem Angebot nämlich nicht ersetzen.“

Um diese Frauen und Familien überhaupt zu erreichen, sind die Hebammen auf Unterstützung angewiesen. Kooperationspartner können helfen, das niederschwellige und kostenlose Angebot bekannt zu machen. Und sie können Räume für Kurse oder Treffs in den Stadtteilen zur Verfügung zu stellen.

Wichtig ist zudem die Zusammenarbeit mit Flüchtlingshelfern und der Babylotsin im Johannes-Hospital. Sie können hilfsbedürftige Frauen und Mädchen an die Hebammen und Sozialpädagoginnen vermitteln - natürlich nur, wenn sie damit einverstanden sind.

Projekt läuft bis zum 31. Dezember 2020

Das Projekt „Eltern werden und die Welt steht Kopf“ ist ein Angebot der „Frühen Hilfen in Dortmund“ und läuft bis zum 31. Dezember 2020. Das Land Nordrhein-Westfalen und der Europäische Sozialfonds fördern das Projekt. Projeketträger ist das Mütterzentrum in Dorstfeld.

„Eltern werden und die Welt steht Kopf“ - diese Angebote laufen aktuell

  • Mütterzentrum Dorstfeld, Hospitalstraße 6: Schwangerentreff, Elterntreff, Säuglingspflegekurs. Das Mütterzentrum ist generell eine Anlaufstelle für Schwangere und Familien aus ganz Dortmund: www.muetterzentrum-dortmund.de
  • Nordstadt, DRK-Kindergarten Sandkorn, Kielstraße 25: Elterntreff mittwochs von 8.30 bis 9 Uhr;
  • Marten, Meilenstein, In der Meile 2: Elterncafé donnerstags 9.30 bis 11 Uhr (erstes Treffen am 11. Juli); In Kooperation mit dem katholischen Familienzentrum Marten;
  • Dorstfeld, Elias-Kindergarten „Zum Förderturm“, Trippestraße 16 a: Babyclub donnerstags nachmittags.
  • Die Hebammen Katharina Dubies und Nicole Freitag freuen sich über weitere Kooperationspartner: Kontakt: Tel. (0231) 222 103 18
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