Die absurde Turm-Frisur trägt Elisa (20) aus Dortmund in der aktuellen Folge „Germany’s Next Topmodel“ mit stoischer Gelassenheit. © Prosieben/Richard Hübner
Germany's Next Topmodel

Heidi Klum findet klare Worte für Topmodel-Kandidatin Elisa aus Dortmund

Mit einer Turm-Frisur ist Dortmunderin Elisa durch das Winter-Wunderland der aktuellen Folge von „Germany’s Next Topmodel“ stolziert. Heidi Klum weiß ganz genau, was sie von der Deusenerin hält.

Drei Etagen haben die absurden Turm-Frisuren der Teilnehmerinnen von „Germany’s Next Topmodel“ (GNTM) in der Folge am Donnerstag (11. März), als sie in Pailletten besetzten Kleidern durch ein Winter-Wunderland stolzieren müssen.

Drei Etagen, von denen jede vermutlich für eine andere Ebene steht, auf der Heidi Klum und der Sender Prosieben die jungen Teilnehmerinnen – unter ihnen die 20-jährige Elisa aus Dortmund – ausbeuten, erniedrigen und verheizen. Drei Etagen, die gleichzeitig die drei Grundpfeiler sind, ohne die GNTM nicht funktionieren würde.

Erniedrigung auf drei Etagen

Da ist zunächst die Basis: nackte Haut an schönen, jungen Frauen. Wann immer es irgendwie ins Konzept passt, wird sich in der Sendung ausgezogen. Für die Mode natürlich. Oder um das Selbstbewusstsein der Models zu stärken. Oder so.

Die zweite Ebene: Menschen, die hinfallen. Slapstick funktioniert immer, insbesondere, wenn die Fallenden dabei noch aufwendige Glitzerkleider und völlig absurde Turm-Frisuren tragen. Zu jeder GNTM-Folge gehört ein Model, dass vor laufender Kamera hinschlägt, die Menge liebt es.

Die dritte Ebene: das Drama unter den Models.

Das Rezept dafür ist denkbar einfach: Man nehme 20 junge Frauen, die teilweise bis dahin noch bei ihren Eltern wohnten, stecke sie inmitten einer globalen Pandemie in eine viel zu kleine Wohnung, isoliere sie von der Außenwelt und lasse sie dann in absurdesten Disziplinen gegeneinander antreten. Achja, gefilmt werden sie dabei auch noch rund um die Uhr.

Die Bilder von gestressten und überforderten jungen Menschen, die sich wegen Avocado-Broten, Missgunst und Model-Jobs anschreien, produzieren sich dann fast von alleine.

Elisa hält sich raus

Und Hans-Bertram und Angelika-Friede können dann zufrieden vorm Fernseher sitzen und Dinge wie „da sieht man’s mal wieder, bei den Frauen gibt dat immer nur Zickenkrieg“ sagen. Denn Männer würden in dieser Situation sicherlich viel besonnener reagieren.

In der Show wird Elisa als die gelassene, unkomplizierte Kandidatin gezeigt. Streit und Konflikten scheint sie aus dem Weg zu gehen.
In der Show wird Elisa als die gelassene, unkomplizierte Kandidatin gezeigt. Streit und Konflikten scheint sie aus dem Weg zu gehen. © Prosieben/Richard Hübner © Prosieben/Richard Hübner

Eine, die es jedoch schafft, sich aus allen Konflikten rauszuhalten, ist Elisa, 20 Jahre alt, aus Dortmund. Und auch sonst ist es wieder einmal ruhig um die Abiturientin aus Deusen. Wer wie diese Redaktion GNTM nur ihretwegen einschaltet, der beginnt so langsam, sich zu langweilen. Wie auch in den vorangegangenen Folgen liefert sie überdurchschnittlich gute Leistungen ab – und wird dafür mit überdurchschnittlich wenig Screentime belohnt.

Dabei steigert sich Heidi Klum in der sechsten Folge sogar noch in ihrem Lob für Elisa: Erst nennt sie ihren Winter-Wonderland-Walk einen der besten, dann kommentiert sie beim Fotoshooting: „Es ist so gut, wenn jemand ans Set kommt, der Eigentalent mitbringt.“ Dass sie Elisa nach dem erfolgreichen Shooting zusammen mit den anderen Überfliegerinnen direkt in die nächste Runde schickt, wird trotzdem nicht einmal erwähnt.

Die Abiturientin aus Deusen bringt auch in der sechsten GNTM-Folge gute Leistungen. Viel Aufmerksamkeit bekommt sie dafür allerdings nicht.
Die Abiturientin aus Deusen bringt auch in der sechsten GNTM-Folge gute Leistungen. Viel Aufmerksamkeit bekommt sie dafür allerdings nicht. © Prosieben/Richard Hübner © Prosieben/Richard Hübner

Bald ist’s vorbei mit der Würde

Dafür ist es Elisa gelungen, eine weitere Folge der Fleischbeschau by Heidi Klum mit Würde hinter sich zu bringen. Das kann Kandidatin Linda, die voller Missgunst gegen die erfolgreiche Soulin stänkert, wann immer eine Kamera nur lange genug auf sie hält, beispielsweise nicht von sich behaupten. Und auch Chanel aus Oer-Erkenschwick fragt sich vielleicht manchmal, ob sie Soulin wirklich vor laufender Kamera unterstellen musste, den Werbespot bei der Jeansmarke Levi‘s nur wegen ihrer Flucht vor dem syrischen Bürgerkrieg ergattert zu haben.

Um mit dem Thema Würde ein für alle Mal abzuschließen, müssen Elisa und ihre Mitstreiterinnen in der nächsten Folge am 18. März mit Kleidern, die eher an avantgardistische Planschbecken erinnern, über den Catwalk stolzieren. Dann wird sich vielleicht selbst Elisa zum allerersten Mal die Frage stellen: „Worauf zur Hölle hab ich mich hier nur eingelassen?“

Die Casting-Show „Germany‘s Next Topmodel“ läuft jeden Donnerstag um 20.15 Uhr auf Prosieben.

Über die Autorin
Redakteurin
In Lippstadt aufgewachsen, zum Studieren nach Hessen ausgeflogen, seit 2018 zurück in der (erweiterten) Heimat bei den Ruhr Nachrichten.
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