Heizöl im Rüpingsbach: Ursachen-Suche der Stadt ist seit sechs Wochen ohne neuen Sachstand

mlzEmscher-Zufluss

Vor sieben Wochen floss Heizöl in den Rüpingsbach, verbreitete beißenden Gestank und bedrohte das sensible Ökosystem. Die Stadt ging auf Ursachen-Suche – bis heute ohne Fortschritt.

Barop

, 21.01.2020, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Vor fast sieben Wochen floss in Hombruch Heizöl in einen Seitenarm des Rüpingsbachs. Die Feuerwehr verhinderte Schlimmeres. Sechs Wochen, nachdem die Stadt auf Ursachensuche gegangen ist, „gibt es keinen neuen Stand“, schreibt Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage.

Wie kann das sein? „Ich bekomme aus dem Umweltamt Bescheid, sobald es etwas Neues gibt“, erklärt Schön. Schon vor knapp drei Wochen fragte diese Redaktion in der Stadt-Pressestelle nach, was die Ursachenforschung ergeben habe. Nachvollziehbar waren zu dem Zeitpunkt Mitarbeiter des Umweltamtes noch im Urlaub, davor lagen die Feiertage und Betriebsferien in der Stadtverwaltung.

Feuerwehr legte Ölsperren

Nun war es gewiss keine Lappalie, die sich da am 5. Dezember 2019 ereignet hatte. In einem Seitenzufluss des Rüpingsbachs gab es einen Rohrbruch. Abwasser floss in den Emscher-Zufluss. Und mit ihm Heizöl. Das verbreitete einen beißenden Petroleum-Geruch. Die Feuerwehr dichtete das lecke Rohr ab und legte Ölsperren. Trotzdem lag noch zwei Tage später ein Ölfilm auf dem Wasser.

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Die Emschergenossenschaft (EG) musste Teile des schwer zugänglichen Einleiters freischneiden und pumpte das an den Sperren angestaute Öl ab. Feuerwehr und EG verhinderten damit einen größeren Schaden am sensiblen Ökosystem des renaturierten Emscher-Zuflusses.

Stadt mutmaßt ein „singuläres Ereignis“

„Ganz wichtig ist die Information, dass seit dem einmaligen Ereignis am Donnerstag/Freitag der vergangenen Woche keine weiteren Heizöleinträge festgestellt wurden“, schrieb Christian Schön am 11. Dezember. Zwar mutmaßte die Stadt, dass es sich um ein singuläres Ereignis handele.

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In derselben E-Mail erklärte sie aber, sich auf Spurensuche zu begeben. Reste von Toilettenpapier, die die Stadt im Rüpingsbach fand, deuteten auf eine Fehleinleitung hin. Bereits am 10. Dezember kündigte Schön eine Kanalbenebelung an, „um den weiteren Verlauf der Kanalisation und im Weiteren die Verursachungsquelle zu ermitteln“.

Im Rüpingsbach war am Dienstag nach dem Heizöl-Vorfall (10. Dezember) kein Öl mehr zu sehen – zumindest nicht in Barop.

Im Rüpingsbach war am Dienstag nach dem Heizöl-Vorfall (10. Dezember) kein Öl mehr zu sehen – zumindest nicht in Barop. © Michael Nickel


Konkrete Nachfragen bleiben unbeantwortet

Diese beiden Mitteilungen seien der aktuelle Stand, betont der Stadtsprecher knapp drei Wochen nach der ersten Anfrage. Konkrete Nachfragen sind noch unbeantwortet:

  • nach dem Ergebnis der Kanalbenebelung,
  • inwiefern Umweltamt und Stadtentwässerung die Spur des Toilettenpapiers verfolgt haben und mit welchem Ergebnis und
  • welche Ergebnisse die Untersuchungen ergeben haben, die die Einleitung von Niederschlagswasser im Fokus hatten – insbesondere von Betrieben, in denen mit Heizöl umgegangen wird.

Offen bleibt auch die Nachfrage, ob angesichts des „singulären Ereignisses“ Umweltamt und Stadtentwässerung die Suche nach der Ursache überhaupt noch verfolgen.

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