Helge Schneider ist mit „Ordnung muss sein“ ins Konzerthaus Dortmund zurückgekehrt

NRW-Tournee-Auftakt

„Ordnung muss sein“, findet Helge Schneider und hat so seine neue Tour genannt. Den NRW-Auftakt feierte er am Dienstag im Konzerthaus Dortmund. Ein Abend, der nicht nur toll war.

Dortmund

, 13.02.2019, 00:48 Uhr / Lesedauer: 2 min
Helge Schneider ist mit „Ordnung muss sein“ ins Konzerthaus Dortmund zurückgekehrt

Helge Schneider bei seiner "Ordnung muss sein"-Tour. Am Dienstagabend (12.2.) gastierte er im Konzerthaus Dortmund. © Till Oellerking

„Helge!“ – „Reinhold! – „Helge!“ – „Reinhold!“, prosten sich die Besucher schon im Foyer des Konzerthauses zu. Helge Schneider ist zurück in Dortmund, ein knappes Jahr nach seinem bislang letzten Gastspiel.

Damals hieß es „Ene Mene Mopel“, an diesem Dienstagabend feiern Helges Fans den NRW-Auftakt von „Ordnung muss sein“. Aber egal ob Mopel oder Ordnung, es spielt keine Rolle, was drüber steht.

Helge spielt alle Instrumente – bis auf vier

Wer Helge Schneider schon mal live erlebt hat, der erkennt einiges wieder: Es stehen etwa so viele Instrumente auf der Bühne wie bei einem kleinen Orchester und fast alle diese Instrumente wird Helge in den nächsten zweieinhalb Stunden selbst spielen. Alle bis auf vier, um genau zu sein.

Für diese vier hat er sich eine wunderbare Band zusammengestellt, die diesmal aus Henrik Freischlader an der Gitarre, Ira Coleman am Bass und Helges längstem Weggefährten Peter Thoms am Schlagzeug besteht. Für ein einziges Stück spielt Carlos Boes eine Art „marokkanische Schalmei“ (Helge), hat aber nicht mal genug Zeit, sich den Applaus abzuholen, weil er wieder hoch zu den Scheinwerfern muss.

Ein Cello von 1746, „aber das alte Holz hab ich verbrannt“

Und Helge Schneider selbst? Der spielt vier bis fünf Instrumente allein im ersten Stück, wechselt den Abend über zwischen Flügel, Orgel, Gitarre, Panflöte, Vibraphon, Cello und mehr. Einem Cello übrigens von 1746, „aber das alte Holz hab ich verbrannt“ und das Cello „neu gemacht mit Laminat“. Und: „Das einzige, was geblieben ist, ist die Seele.“ Das ist schlicht großartig.

Ein vollkommen runder Abend also? Leider nein. Denn in Kontrast zu den grandiosen Texten stehen die Lieder, die, man muss es so deutlich sagen, etwas einfallslos daherkommen und mehr als einmal schlicht zu lang sind.

Helges Lieblingsszene, die im Musical gar nicht vorkommt

Doch dann sind sie wieder da, die Passagen, in denen Helge keine Musik macht, sondern Ein-Personen-Sketche spielt, er auf eine Leiter klettert, um sich oben mit „Phantom der Oper“-Maske zu zeigen, wieder runterklettert und erklärt, das sei seine Lieblingsszene aus dem Stück, die „aber im Musical gar nicht vorkommt, sondern nur im Buch“.

Und dass vorne im Saal zwei Plätze frei geblieben sind, scheint ihn so zu irritieren, dass er diagnostiziert: „Da ist wahrscheinlich jemand gestorben.“

Momente aus Absurdistan

Es sind diese Momente aus Absurdistan, die Helge Schneider Helge Schneider sein lassen, die seine Einmaligkeit ausmachen und die seine Fans, trotz der ein oder anderen Länge, glücklich nach Hause gehen lassen.

Am Mittwoch (13.2.) tritt Helge Schneider noch einmal im Konzerthaus auf. Wenige Restkarten sind unter www.konzerthaus-dortmund.de oder unter www.eventim.de noch verfügbar. Kommende Woche Montag und Dienstag (18./19.2.) sorgt Helge zweimal in der Philharmonie Essen für Ordnung. Auch für diese Auftritte sind noch Karten bei Eventim oder über die Philharmonie erhältlich.
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