Hermann Hanses Weihnachtsbaumverkauf kann starten - an neuem Standort

mlzWeihnachtsbaumverkauf

Der Weihnachtsbaum im Wohnzimmer ist für viele Menschen eine unverzichtbare Tradition. Meist auch der Kauf. Für viele Lütgendortmunder war diese Tradition jetzt in Gefahr.

Lütgendortmund

, 16.11.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Manche fahren mit den Kindern ins Sauerland und schlagen den Weihnachtsbaum selbst, manche holen sich ihre Nordmanntanne beim immer gleichen Anbieter, manche verbinden den Kauf mit einem Spaziergang.

Fast alle Menschen, für die ein Weihnachtsbaum ein Muss ist, haben ihr eigenes Weihnachtsbaum-Kaufritual. Ein Ende dieses Rituals wäre für viele ein Verlust.

In Lütgendortmund haben erstaunlich viele Menschen das gleiche Ritual. Seit fast 30 Jahren kaufen sie ihren Baum bei Hermann Hanses.

Großer Erfolg am Sonntag

Bis vor zwei Jahren fand man Hermann Hanses auf dem Parkplatz an der Lütgendortmunder Straße – in der Vorweihnachtszeit an jedem Wochentag. Das änderte sich, als der Bau des Rewe-Marktes die Zahl der Parkplätze verringerte.

Hanses einigte sich auf Wirken der Ortspolitik mit der Stadtverwaltung, seine Bäume in der Vorweihnachtszeit sonntags auf dem Parkplatz verkaufen zu dürfen.

„Das war ein großer Erfolg“, erinnert sich Hermann Hanses. „Es gab Wartezeiten, weil soviele Kunden kamen.“

„Nein“ aus der Verwaltung

Auch für diese Vorweihnachtszeit wollte Hanses sich wieder eine Genehmigung für drei Sonntage holen. Doch diesmal gab es ein „Nein“ aus der Stadtverwaltung, mit Verweis auf das Ladenschlussgesetz. Die Genehmigungen in den vergangenen beiden Jahren seien ein Fehler gewesen.

An Wochentagen durfte Hanses also nicht verkaufen, weil sein Stand zuviele Parkplätze blockiert hätte, sonntags nicht, weil das gesetzlich verboten ist.

In dem Moment stand ganz Lütgendortmund vor der Situation, dass es in diesem Jahr gar keinen Christbaumverkauf im Ortsteil gibt.

Weihnachtsbäume sind Grundversorgung

Deshalb schaltete sich Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp ein. „Weihnachtsbäume gehören für mich zur Grundversorgung“, so Brankamp. „Es kann nicht sein, dass es ortsnah keinen Weihnachtsbaumverkauf gibt.“

Brankamp schlug dem Waldbauern aus dem Sauerland die Wiese vor dem evangelischen Jugendheim vor, um dort Bäume zu verkaufen. Doch der erfahrene Verkäufer musste ablehnen, weil sich eine Wiese bei Regen unter den Füßen der Kunden schnell in Matsche verwandelt.

Reinhard Sack: „Das klappt“

Dann wurde Renate Hanses, die Ehefrau, aktiv und suchte per Satellitenbild nach einer geeigneten Fläche in Ortskernnähe. So entdeckte sie den ehemaligen Schulhof vor dem Lütgendortmunder Kulturzentrum.

Der gehört den Vereinen und damit ist Reinhard Sack, der Vorsitzende der Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände, der Ansprechpartner. Und der signalisiert „grünes Licht“: „Alles ist abgesprochen, das klappt“.

Baustelle wird rechtzeitig fertig

Eine Hürde allerdings gilt es noch zu nehmen. Die Bäume muss Hanses über den Schulhof der Holte-Grundschule anliefern. Und dort gibt es gerade eine Baustelle. Nach Gesprächen mit dem Tiefbauamt ist Sack allerdings sicher, dass die Baustelle bis Anfang Dezember beendet sein wird.

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Lütgendortmund ist der einzige Standort, an dem Hermann Hanses noch selbst Weihnachtsbäume verkauft. Vor 30 Jahren „erbte“ er den Standort von seinem Onkel. Als Erzeuger verkauft er seine Bäume überwiegend an andere Händler, die Bäume in vielen NRW-Städten anbieten.

Viele, viele Nordmanntannen

Von diesen Händlern weiß Hanses, dass die Behörden in Köln wesentlich laxer im Umgang mit dem Ladenschluss-Gesetz sind. Dort soll der Sonntags-Baumkauf

weiter möglich sein.

Der Fachmann wird vor allem mit Nordmanntannen anreisen. „Der Trend ist einfach ungebrochen“, so Hermann Hanses. Schlechte Nachrichten hat er für Freunde von Blaufichten: „Die verschwinden langsam aus dem Angebot. Aber wer auf duftende Bäume Wert legt, kann zur Korktanne greifen.“

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