Interview-Äußerungen

„Heuschrecken-Kapitalismus“: Gewerkschaften empört über Wizz-Air-Chef

Ein Interview von Wizz-Air-Chef Jozsef Varadi hat die Dortmunder Gewerkschaften auf die Palme gebracht. Sie fordern von der Flughafen-Mutter DSW21 und der Stadt, den „Vorgang“ zu klären.
Flughafen-Chef Udo Reppin (l.) mit dem Wizz-Air-Geschäftsführer Jozsef Váradi, als er im Juni die Stationierung von drei Maschinen in Dortmund ankündigte. © Hans Jürgen Landes

Verdi und die anderen Dortmunder DGB-Gewerkschaften sind empört über Aussagen von Jozsef Varadi, Chef der Billigairline Wizz Air. In einem Interview hatte Varadi erklärt, Gewerkschaften zerstörten das Geschäft, und wenn Gewerkschaften seine Airline „erwischten“, wäre er mit seinen Flugzeugen schnell wieder weg.

Dazu die Vorsitzende des DGB Dortmund, Jutta Reiter: „Nicht Gewerkschaften zerstören die Gesellschaft, sondern Unternehmen, die auf Kosten der Beschäftigten ihre Wettbewerbssituation verbessern wollen! Genau das haben alle ‚Geiz ist Geil‘-Branchen gemeinsam.“

Für die DGB-Gewerkschaften ist es dringend an der Zeit, dass Rahmenbedingungen in Deutschland, aber auch in Europa geschaffen werden, durch die gute Arbeitsbedingungen gestärkt werden.

Vorgang soll geklärt werden

„Als Gewerkschaften haben wir bisher den regionalen Flughafen in Dortmund in seiner Bedeutung geschätzt und wissen, dass Tarifbindung und Sozialpartnerschaft hohe Güter für den Flughafen sind. Dass Anteilseigner des Flughafens es jetzt zulassen, dass der Flughafen zum Standort von Heuschrecken-Kapitalismus wird, schockiert uns. Wir erwarten, dass dieser Vorgang geklärt wird. Letztlich entscheidet die Stadt, wem sie ihre Dienstleistungen verkauft“, so Reiter.

Wizz Air bietet von Dortmund aus 18 neue Ziele an und will hier drei Flugzeuge stationieren.

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