Corona-Schnelltest in einem umgebauten Rettungswagen in Aplerbeck. Es gibt immer mehr Möglichkeiten für Dortmunder, sich auf eine Corona-Infektiosität testen zu lassen. © Danisik-Medical
Antigen-Schnelltest

Hier gibt es in Dortmund Corona-Schnelltests – Anbieter oft private Firmen

Corona-Schnelltests entwickeln sich zu einem Markt in Dortmund. Die Nachfrage ist hoch. Seit Ende Dezember sind mehrere neue Teststellen entstanden. Sogar an ungewöhnlichen Orten.

In Dortmund gibt es mittlerweile etliche Unternehmen, die Antigen-Schnelltests auf den Erreger SARS-Cov-2 anbieten. Als kommerzielle Anbieter, gegen Bezahlung aus eigener Tasche.

Das Angebot ist überall gleich: ein schneller Test, kurze Wartezeit von 15 bis 20 Minuten und am Ende eine zuverlässige Info, ob man eine infektiöse Corona-Virenlast in Rachen oder Nase trägt.

Eine offizielle Übersicht über die Anbieter gibt es nicht, jeder Anbieter muss sehen, wie er seine potenziellen Kunden erreicht. Zum Beispiel bekommt unsere Redaktion entsprechende Presseinformationen. Und auch im Internet lassen sich Testzentren per Google finden. Nimmt man diese Quellen zusammen, ergibt sich folgendes Bild über die Schnelltest-Zentren (Stand 5.1.):

Medizintechnik-Unternehmen steigt in das Test-Geschäft ein

Der aktuell ungewöhnlichste Ort für einen Corona-Schnelltest ist wohl ein ausrangierter Krankenwagen, der an der Riesestraße 13 im südlichen Stadtteil Aplerbeck steht. Hier hat Muhammet Harun Danisik mit seinem Medizintechnik-Familienunternehmen ein neues Geschäftsfeld erschlossen.

Bis zur Corona-Krise handelte das Unternehmen weltweit mit Medizintechnik. Weil dies nicht mehr möglich sei und durch die Medizin-Nähe der Mitarbeiter das Umschwenken auf die Schnelltests naheliegend war, ist „Danisik-Medical“ seit dem 23. Dezember Teil des Test-Markts in Dortmund.

Großer Aufwand für Personal und Hygiene

Vorbedingung für die Einrichtung eines Testzentrums ist die Überwachung durch einen Arzt und die Ausführung durch Fachkräfte. „Die Hygiene einhalten ist der größte Aufwand“, sagt Muhammet Harun Danisik.

Das Personal wechselt alle zwei Stunden die Kleidung. Bei einem positiven Fall wird der ausrangierte Rettungswagen der Feuerwehr Dortmund umfänglich desifinziert.

Eine offizielle Überwachung oder Genehmigungspflicht durch das Gesundheitsamt gibt es laut Danisik für Schnelltest-Zentren nicht.

Leiharbeiter und Lkw-Fahrer lassen sich testen

Zum Klientel in den ersten Tagen zählten auch Gruppen, „mit denen wir vorher gar nicht so gerechnet hätten“, sagt der Dortmunder. Er nennt etwa osteuropäische Leiharbeiter eines Schlachtbetriebs in Dortmund oder LKW-Fahrer, die sich testen ließen.

Der Blick auf die unterschiedlichen Zentren zeigt: Die Preise schwanken zwischen 39 Euro an der Riesestraße und 78,88 Euro bei der Prävent GmbH am Helenenbergweg in Barop.

Für Muhammet Harun Danisik ist der Personalaufwand der entscheidende Faktor für die Preisberechnung. „Die Tests an sich sind nicht so teuer.“ Aber: Mehr als vier Stunden Arbeit am Stück in der schweren Schutzkleidung seien keinem Angestellten zuzumuten.

Schnelltests sind keine PCR-Tests

Die Prävent GmbH kommt aus dem Bereich Arbeitsmedizin und bietet die Antigen-Tests schon länger für Firmen an. „Daraus ist das Angebot für Privatpersonen gewachsen“, sagt Henrik Fibbe von der Prävent GmbH.

Er rechnet damit, „dass uns das Thema noch bis Ostern und vielleicht darüber hinaus begleiten wird, mit stark abnehmender Tendenz“.

Die Labortests, so genannte PCR-Tests, führen die größeren öffentlichen Testzentren durch. Dazu gehört die Drive-In-Teststelle an der Bornstraße oder am Klinikum, wo sich das Personal der Schulen und Kitas sowie jeder als Selbstzahler testen lassen kann.

Positive Antigen-Tests haben eine Sensitivität von rund 90 Prozent, je nach Hersteller. Wenn ein Test positiv ist, beträgt die Wahrscheinlichkeit, dass man infiziert ist, also 90 Prozent. Bei einem negativen Testergebnis liegt die Sensitivität bei 99 Prozent.

Positive Schnelltests sollten durch einen PCR-Test beim Hausarzt bestätigt werden.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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